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Der Anlagespiegel für Wirtschaftsgüter

Der Anlagespiegel erfasst die Sachanlagen einer Firma oder einer Unternehmung und deren buchhalterischen Wert. Auch Freiberufler und KMU haben einen Anlagespiegel zu führen, sofern sie Sachanlage haben. Ein Anlagespiegel ist jährlich zu ergänzen und mit neuen Daten auszufüllen. Im elektronischen Formular der EÜR befindet sich der Anlagespiegel im Anlageverzeichnis Teil 2.

 

 

 

Der Inhalt vom Anlagespiegel

Typisch für den Aufbau und Inhalt von einem AnlAnlagespiegelagespiegel ist die Tabellenform, die jährlich fortgeführt wird.

Das Sachgut: Damit ist der Name des Gutes gemeint. Das kann ein PKW, eine Betriebsausstattung xxx, eine technische Sachanlage xyz u. s. w. sein. Im Anlagespiegel ist demnach jedes konkrete Sachgut aufzulisten.

Der Anschaffungs- oder Herstellungstag: Das konkrete Datum ist im Formular nicht gefragt. Im eigenen Anlagespiegel ist die genaue Kenntnis des Anschaffungs- oder Herstellungsdatums jedoch von Vorteil, weil sich so leichter Teilwertabschreibungen nachvollziehen lassen.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Ako/Hko): Unternehmer/innen, die am Umsatzsteuerverfahren teilnehmen, tragen hier den Nettobetrag ein, wer nicht, den Bruttobetrag. Ein Anlagespiegel ist auch für Sachgüter zu führen, die selbst hergestellt werden.

Der Buchwert (BW) des vorhergehenden Wirtschaftsjahres: Sofern das Wirtschaftsgut im laufenden Kalenderjahr nicht angeschafft wurde, bringt es in das aktuelle Kalenderjahr einen BW mit. Dieser ermittelt sich aus den Ako/Hko abzüglich der Abschreibungsbeträge aller bisherigen Jahre.

Zuschreibungen: Werden auf ein Wirtschaftsgut nachträgliche Ako/Hko aufgewendet, muss dieser Aufwand auf die ursprünglichen Ako/Hko hinzugerechnet werden. Es handelt sich um nachträgliche Ako/Hko. Bei der Bemessung der Abschreibungshöhe für das Kalenderjahr der Entstehung der nachträglichen Ako/Hko, sind diese für das gesamte Kalenderjahr anzunehmen. Es spielt also keine Rolle, wann im laufenden Wirtschaftsjahr die nachträglichen Kosten entstanden sind. Die nachträglichen Ako/Hko werden zum Restbuchwert des Vorjahres hinzugerechnet. Die zukünftige AfA wird von diesem höheren Betrag berechnet.

Abgänge: Es kommt vor, dass ein Wirtschaftsgut frühzeitig aus der Firma ausscheidet – durch Verkauf, Entnahme oder Zerstörung. Im Anlagespiegel ist dies zu vermerken. In der Spalte Abgänge ist der letzte BW einzutragen, damit der aktuelle BW auf 0,00 € sinkt (sofern das Wirtschaftsgut physisch nicht mehr vorhanden ist).

AfA (Abschreibungen): Die Abschreibungshöhe im Anlagespiegel ermittelt sich aus den Ako/Nutzungsjahre. Die Nutzungsjahre sind gesetzlich vorgeschrieben und der AfA-Tabelle zu entnehmen. Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung kann die AfA nur anteilig nach Nutzungsmonaten geltend gemacht werden.

Der BW des aktuellen Wirtschaftsjahres: Dieser Betrag im Anlagespiegel ergibt sich aus dem BW des Vorjahres und dem Abschreibungsbetrag des aktuellen Kalenderjahres und bildet die Grundlage für das nächste Wirtschaftsjahr.

 

Ein Praxis-Beispiel für nachträgliche Ako und Abgänge

Ein Unternehmer kauft im Januar 01 eine Druckmaschine zu einem Nettopreis von 80.000 EUR. Sie ist über 10 Jahre abzuschreiben. Im 2. Jahr der Nutzung fallen noch nachträglich 4.000 EUR Kosten an. In 03 wird sie zerstört.

Die Buchungen in 01

  1. Kauf der Druckmaschine

  2. AfA

  3. SB = Schlussbestand = BW

Die Buchungen in 01

Soll Maschinen Haben
1) 80.000 2) 8.000
   

 

Soll Bank Haben
  1) 80.000
   

 

Soll Abschreibung Haben
2) 8.000  
   

 

Die Buchungen in 02

AB = Anfangsbestand = BW aus 01

  1. Kauf = nachträgliche Erhöhung der Ako

  2. AfA neu berechnet (76.000 / 9 Jahre)

 

Soll Maschinen Haben
AB) 72.000 4) 8.4444
3) 4.000 SB) 67.556

 

Soll Bank Haben
  3) 4.000
   

 

Soll Abschreibungen Haben
4) 8.4444  
   

 

Im 3. Jahr wird sie durch einen Wasserschaden irreparabel beschädigt.

Die Buchungen in 03

 

Soll Maschinen Haben
AB) 67.556 5) 67.556
  SB) 0

 

Soll Abgänge Sachanlagen Haben
5) 67.556  
   

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Die Ako/ Hko als Grundlage für den Anlagespiegel

a) Aktivierungspflichtige Ako/ Hko für Erzeugnisse. Das Video erklärt die gesetzlichen Grundlagen und Formeln.

  1. Beispiel: Ako von Sachanlagen

Die Softdrink GmbH kauft am 01.10.2014 eine maschinelle Verarbeitungsanlage. Der Nettolistenpreis beträgt 8.000,00 €. In diesem Preis sind Transportkosten von 80,00 € und Schmierstoffkosten zur Wartung der Verarbeitungsanlage im Wert von 40,00 € enthalten.

Die Softdrink GmbH zahlt noch im Oktober unter Nutzung von 3% Skonto.

Die Berechnung der aktivierungspflichtigen Ako zum 01.10.14:

Nettopreis der Anlage

8.000,00

– Transportkosten

80,00

Listenpreis

7.920,00

– 3% Skonto

237,60

aktivierungspflichtige Ako und Basis für die Berechnung der Abschreibshöhe. Dieser Wert wird im Anlagespiegel als AKo eingetragen.

7.682,60

  1. Beispiel: Ako von Sachanlagen

Die Wichtel GmbH kauft am 01.09.2014 eine Holzverarbeitungsmaschine aus einem Drittland. Es werden 10% Rabatt auf den Listenpreis der Maschine gewährt.

Listenpreis ab Werk

55.000,00

Transportkosten

3.000,00

Zoll

1.290,00

Finanzierungsaufwand bei der Hausbank

4.400,00

Gemeinkosten in der Einkaufsabteilung

1.900,00

Die Wichtel GmbH zahlt unter Abzug von 2% Skonto auf den Listenpreis.

Die Berechnung der aktivierungspflichtigen Ako zum 01.09.14.

Listenpreis ab Werk

55.000,00

– 10 %Rabatt

5.500,00

– 2 % Skonto

990,00

+ Transportkosten

3.000,00

+ Zoll

1.290,00

aktivierungspflichtige Ako und Basis für die Berechnung der Abschreibungen. Dieser Wert wird auch im Anlagespiegel als Ako eingetragen.

52.800,00

Die Finanzierungskosten und die Gemeinkosten sind nicht aktivierungsfähig. Sie werden gesondert als Aufwendungen verbucht.

Der Anlagespiegel hat in der Finanzbuchhaltung in den Bestandskonten seine Basis

Bestandskonten sind Bilanzkonten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass auch nur die Firmen, die bilanzieren, Bestandskonten erfassen. Das stimmt und stimmt auch nicht.

Wer z.B. ein Kassenbuch führt, führt ein Bestandskonto, denn die Barkasse ist ein Bestandskonto. Wer genau die Kontobewegungen auf dem Bankkonto verbucht, verbucht ein Bestandskonto.

Sehen wir uns also näher an, inwieweit Bestandskonten auch in der einfachen Buchführung, als Grundlage für die Ermittlung des Einnahmeüberschusses, ihren Platz haben.

Zur Vereinfachung und Systematisierung teile ich Bestandskonten in drei Gruppen.

1. Gruppe von Bestandskonten, die keine Rolle für den Anlagespiegel spielen

Zu dieser Gruppe gehören das Bankkonto, das Postgirokonto und die Barkasse. Für diese Bestandskonten ist typisch, dass sie einen Anfangs- (AB) und einen Schlussbestand (SB) haben. Sie werden am 01.01.XX mit ihrem Bestand vorgetragen.

Ein Beispiel: Am 31.12.01 hat das Bankkonto einen Bestand von 4.500,00 €. Dieser SB ist gleichzeitig der AB 01.01.02.

Die Verbuchungen der laufenden Geschäftsvorfälle, die die Barkasse betreffen, ersetzen das Führen eines manuellen Kassenbuchs.

2. Gruppe von Bestandskonten, die einen Teil im Anlagespiegel ausmachen können

Diese Gruppe bilden die beiden Privatkonten – Privateinlagen und Privatentnahmen. Diese beiden Bestandskonten haben keinen AB und keinen SB. Jedes Wirtschaftsjahr beginnt die Summierung auf diesen Konten neu. Sie spielen in der Einnahmeüberschussrechnung aus zwei Gründen eine Rolle. Teilweise werden sie beim Verbuchen von Aufwendungen oder Erlösen benötigt. Das ist immer dann der Fall, wenn die Bezahlung nicht über das betriebliche Bankkonto oder die betriebliche Kasse erfolgt. Dabei ist wichtig, dass Aufwendungen, die privat beglichen werden, dennoch als betriebliche Aufwendungen verbucht werden.

Ein Zusammenahng zum Anlagespiegel besteht dann, wenn ein privates Wirtschaftsgut in das Unternehmen überschieben wird (Privateinlage) oder ein betriebliches Wirtschaftsgut in das Privatvermögen abgegeben wird (Privatentnahme).

 

3. Gruppe von Bestandskonten, die im Anlagespiegel geführt werden

Diese Gruppe kann entsprechend des Unternehmens recht groß sein. Zu dieser Gruppe gehören alle Anlagegüter – wie der Fuhrpark, die Ladeneinrichtung, die Büroeinrichtung, Werkzeuge oder Maschinen.

Anlagegüter haben ebenso wie die Konten der 1. Gruppe einen AB und einen SB. Allerdings sind laufende Verbuchungen, also Buchungen innerhalb des Jahres, eher eine Seltenheit. Typisch ist, dass sie nur am Jahresende angesprochen werden, durch die Buchung der AfA. Die Abschreibungsbeträge gehören zu den Aufwendungen – und damit ist die Brücke zur Einnahmeüberschussrechnung geschlagen.

Einige Beispielbuchungen von Bestandskonten

a) Der Anfangsbestand

Bei dem verbuchen des AB steht das zu buchende Bestandskonto – Bank, Barkasse, Fuhrpark … – im SOLL. Das Gegenkonto im HABEN ist der sogenannte Saldenvortrag.

Es wird gebucht:

Bank an Saldenvortrag
Kasse an Saldenvortrag

b) Bewegungen zwischen den Bestandskonten

Umbuchungen zwischen Barkasse und Bank sind sehr typisch. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten:

die Barabhebung – Es wird gebucht:

Barkasse an Bank

die Bankeinzahlung – Es wird gebucht:

Bank an Barkasse

c) Die AfA

Die Abschreibungsbeträge werden als Vorbereitung auf den Jahresabschluss verbucht. Die Abschreibungsbeträge werden in den Anlagespiegel übernommen.

Es wird gebucht:

Abschreibungen auf Sachanlagen an
Sachanlage (Fuhrpark / Büroeinrichtung …)

 

 

Das Lehrvideo zeigt sowohl die manuellen als auch die computergestützten Verbuchungen. Es wird erklärt, welche Buchungen von Bestandskonten in der einfachen Buchführung erforderlich oder nützlich sind und welche Auswirkungen die Buchungen auf die EÜR haben.

Bei der Verbuchung von Bestandskonten gibt es demnach zwei Fälle zu unterscheiden:

 

a) Geschäftsfälle, bei denen im SOLL (S) und im HABEN (H) ein Bestandskonto angesprochen wird. Für die Bank, das Postgirokonto und die Barkasse gilt dabei:

Bei einer wertmäßigen Erhöhung des Kontos, steht das Konto im S.

Beispiele:

Geld wird auf das Bankkonto eingezahlt – die Bank steht im S

Geld fließt in die Kasse – die Kasse steht im S

Es wird ein Anlagegut eingekauft – das Sachgut steht im S (Kauf wird im Analgespiegel erfasst)

Bei einer wertmäßigen Minderung des Wirtschaftsgutes, steht diese im H. (Minderung wird im Anlagespiegel erfasst)

Beispiele:

Geld wird von der Bank abgehoben – die Bank steht im H

Geld wird aus der Kasse entnommen – die Kasse steht im H

Es wird die Mietkaution zurückgezahlt – die Mietkaution steht im H

 

b) Geschäftsvorfälle, bei denen ein Bestandskonto und Erfolgskonto (Aufwand oder Erlös) angesprochen wird.

Hier gilt: Aufwendungen stehen immer im S und Erlöse stehen immer im H.

Beispiele:

Bei einer wertmäßigen Minderung des Wirtschaftsgutes, steht diese im im Konto des Wirtschaftsgutes im H erfasst. (Minderung wird im Anlagespiegel erfasst)

steuerfreie Zuwendungen

Geschützt: steuerfreie Zuwendungen vom AG

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.

Doppelte oder einfache Buchhaltung? Ein Vergleich

Einfache Buchhaltung oder doppelte Buchhaltung?

Wem das Thema doppelte oder einfache Buchhaltung fremd ist, fragt sich oft, wodurch sich die einfache Buchhaltung und doppelte Buchhaltung unterscheiden. Zunächst gibt das Gesetz eine Antwort auf die Frage. Doch was bedeuten die gesetzlichen Regelungen genau? Worauf lasse ich mich als Unternehmer ein und wozu bin ich gesetzlich verpflichtet?

 

Wie auch Sie die einfache Buchhaltung für Ihr Unternehmen selbst erledigen können.

Wer muss die doppelte Buchhaltung anwenden, wer darf die einfache Buchhaltung machen?

Die Verpflichtung zur doppelten Buchhaltung ergibt sich aus dem § 238 des Handelsgesetzbuches (HGB), aus dem §140 der Abgabenordnung sowie nach ESTG § 5. Danach sind Kapitalgesellschaften (GmbH und AG), Einzelunternehmen und selbstständige Handelsgewerbe sowie Nicht-Kaufleute, die sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen verpflichtet, ihre Geschäftsvorgänge nach dem System der doppelten Buchhaltung zu erfassen. Gewerbetreibende, die bestimmte Größen nicht überschreiten werden von dieser Verpflichtung entbunden.

  • Eingetragene Kaufleute, deren Umsatz und Gewinn 500.000 € bzw. 50.000 € nicht übersteigt. einfache Buchhaltung
  • Wer nicht im Handelsregister eingetragen ist, wie die GbR oder Einzelunternehmer, und dessen Umsatz und Gewinn 500.000 € oder 50.000 € im Kalenderjahr nicht übersteigt. einfache Buchhaltung

Wer keine doppelte Buchhaltung erstellen muss, hat seine Geschäftsvorfälle als einfache Buchhaltung, der sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zu erfassen. Freiberufler brauchen nur eine Einnahme-Überschussrechnung zu machen, können aber freiwillig ihre Geschäftsvorfälle im System der doppelten Buchhaltung erfassen. einfache buchhaltung_1

 

 

 

 

 

Doppelte oder einfache Buchhaltung? Ein Vergleich

 

  Die einfache Buchhaltung Die doppelte Buchhaltung
Abschlüsse Einnahme-Überschussrechnung (EÜR), als Anlage zur Einkommenssteuer; Abgabetermin: 31.05. des Folgejahrs, Termin kann auf Antrag beim Finanzamt bis 30.09. des Folgejahres verlängert werden. Bilanz und Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV), als Anlage zur Einkommenssteuer; Abgabetermin: 31.05. des Folgejahrs, Termin kann auf Antrag beim Finanzamt bis 30.09. des Folgejahres verlängert werden.
Berechnung des Jahresüberschusses/-verlustes Die einfache Buchhaltung basiert auf dem Zu- und Abflussprinzip, d. h. die Verbuchung erfolgt mit Begleichung der Rechnungen. (Die Buchung der Rechnungen wird in manchen Buchhaltungsprogrammen angeboten). Basiert auf dem Prinzip der Rechnungslegung, d. h. es sind sowohl die ER/AR als auch deren Bezahlung zu buchen.
Belege Belege bilden die Grundlage für die Buchungen; die einfache Buchhaltung registriert den Vorgang, das Datum und den Betrag. Belege bilden die Grundlage für die Buchungen; in der Buchhaltung werden der Vorgang, das Datum und der Betrag erfasst.
Inventur nur nach mehreren Jahren Jeder Kaufmann ist zur Inventur verpflichtet. Eine Ausnahme bilden e.K., wenn keine Pflicht zu kaufmännischen (doppelten) Buchhaltung gegeben ist.
Nebenbücher keine Nebenbücher Kontokorrentbuch (Forderungen und Verbindlichkeiten) Lagerbuchhaltung Lohn- und Gehaltsbuchhaltung Anlagenbuchhaltung
Schwerpunkt der Buchungen Aufwendungen und Erträge (Erlöse) Bestands- (Bilanz)konten Erfolgskonten
Konten in der EDV-Buchhaltung In vielen Programmen sieht der Nutzer nur ein Buchungskonto. Das Gegenkonto ist ein Verrechnungskonto, welches der Nutzer nicht immer sieht. Alternativ gibt es Buchhaltungsprogramme, die als Gegenkonten Finanzkonten (Bank, Kasse, Privatkonten) führen. In der Buchhaltung werden für jeden Geschäftsvorfall (mindestens) zwei Buchungskonten angesprochen – ein SOLL-Konto und ein HABEN-Konto. Der allgemeine Buchungssatz lautet: Soll an Haben. Wer so buchen möchte braucht genaue Kenntnisse über die Buchungsregeln.
Kassenbuch Nicht zwingend erforderlich, aber zu empfehlen. Ist zu führen; wird in Buchhaltungsprogrammen automatisch mitgeführt.
Personalkonten Können gebucht werden. Da die einfache Buchhaltung, wie schon beschrieben keine Verbindlichkeiten und Forderungen kennt, erfolgen die Buchungen mit Bezahlung. Üblich ist, dass die Zahlungsverpflichtungen an das Finanzamt und die Krankenkassen zunächst als Verbindlichkeiten gebucht werden. Diese werden mit Bezahlung ausgeglichen.
Abschreibungen Abschreibungen sind Aufwendungen und gehören damit in die EÜR. Abschreibungen mindern als Aufwendungen den Gewinn und gehören in die GuV.
Preisnachlässe Da lediglich die Bezahlung von Rechnungen verbucht wird, spielen Preisnachlässe keine Rolle. Es wird sofort der verminderte Rechnungsbetrag verbucht. Preisnachlässe erfolgen erst im Zuge der Rechnungsbegleichung. Die Rechnungen sind daher immer mit dem vollen Betrag zu verbuchen. Wird ein Preisnachlass in Anspruch genommen, erfolgt eine nachträgliche Korrektur.
Mehrwertsteuer Auch wer eine einfache Buchhaltung macht, kann am Umsatzsteuerverfahren teilnehmen bzw. dazu verpflichtet sein. Die Teilnahme oder Nichtteilnahme am Umsatzsteuerverfahren hängt von den getätigten und prognostizierten Umsätzen ab.
Jahresabschlussbuchungen Typisch sind Korrekturen durch Privatentnahmen. Die Jahresabschlussarbeiten erfolgen vorwiegend im Zusammenhang mit den zeitlichen Abgrenzungen und der Bewertung der Bilanzposten.
Zeitliche Abgrenzungen der Aufwendungen/Erträge Eine zeitliche Abgrenzung, wie sie die doppelte Buchhaltung kennt die einfache Buchhaltung nicht. Allerdings gibt es eine Sonderregelung für wiederkehrende Geschäftsvorfälle. Für dies gilt: werden regelmäßig wiederkehrende Rechnungen bis zum 10.01. des Folgejahres fällig/bezahlt, so sind sie noch dem alten Jahr zuzuordnen. Zu ermitteln und zu verbuchen sind: sonstige Forderungen und sonstige Verbindlichkeiten; aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten; Rückstellungen.
Bewertung der Vermögensteile und Schulden Entfällt(Ausnahme: Abschreibungen) Waren, fertige und unfertige Erzeugnisse und Forderungen sind zu bewerten und ggf. zu korrigieren.

Wer seine Buchhaltung nach den Regeln der einfachen Buchhaltung führt, erfährt insgesamt große Erleichterungen. Allerdings sind auch einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

  • Bei der EÜR gibt es keine Rechnungsabgrenzungsposten, keine Wertberichtigungen und keine Rückstellungen.
  • Die Verbuchung erfolgt nach dem Geld-Flussprinzip (§ 11 ESTG). Davon ist der Erwerb und die Herstellung von Anlagevermögen ausgeschlossen. Für abnutzbare Anlagegüter können jährliche Abschreibungen als Aufwendungen angesetzt werden.
  • Der Kauf von Umlaufvermögen (Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe) wird zum Zeitpunkt des Geldflusses als Aufwendungen verbucht.
  • Bei der Überschussrechnung gibt es kein gewillkürtes Betriebsvermögen. Eine Ausnahme bilden privat und betrieblich genutzte Wirtschaftsgüter, wie z. B. der PKW, sofern die betriebliche Nutzung nicht von untergeordneter Bedeutung ist.
  • Ausdrücklich keine Aufwendungen sind Einlagen und Entnahmen, Kreditaufnahmen und Kreditrückzahlungen.
  • Entsprechend des Zuflussprinzips werden die Umsatzsteuervorauszahlungen, Umsatzsteuernachzahlungen und -erstattungen als Einnahmen bzw. Ausgaben behandelt.

    Die einfache Buchhaltung folgt dem Geld-Flussprinzip (§ 11 ESTG).

     

  • 1. Der Kauf von Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe wird zum Zeitpunkt des Geldflusses als Aufwand verbucht.
    Z.B.: Ein Gewerbetreibender erhält in 01 Waren im Warenwert von 500,00 €+MwSt. In 01 werden davon Waren über 200,00 €. In 02 wird nach und nach der Rest verkauft.
    Lösung: In 01 wird der Einkauf der Waren vollständig als Aufwand verbucht. Außerdem werden 200,00 € als Warenerlöse verbucht. Die Verkäufe in 02 werden auch erst in 02 gewinnbringend verbucht.
  • 2. Entsprechend des Geld-Flussprinzips werden die Umsatzsteuervorauszahlungen, Umsatzsteuernachzahlungen und -erstattungen als Einnahmen bzw. Ausgaben behandelt. Z.B.: Ein Selbständiger zahlt die Umsatzsteuervorauszahlungen quartalsweise. Im Laufe des Kalenderjahres 02 überweist er 4.000,00 € an das Finanzamt. Aus der Jahresmeldung des Jahres 01 erhält er eine Umsatzsteuerrückzahlung von 100,00 €.Lösung:In der EÜR von 02 werden die 4.000,00 € als Ausgaben wirksam und die 100,00 € als Einnahmen.3. Es werden weder Eingangsrechnungen / Ausgangsrechnung noch Forderungen / Verbindlichkeiten gebucht. Z.B.: Eine Eingangsrechnung enthält das Rechnungsdatum 20.03.01. Bezahlt wird die Rechnung am 04.04.01.Lösung: Gebucht wird lediglich die Bezahlung der Rechnung am 04.04.01.4.
    4. Die einfache Buchhaltung kennt keine Rechnungsabgrenzungsposten, keine Wertberichtigungen und keine Rückstellungen. Z.B.: Das Unternehmen handelt mit technischen Instrumenten. Durch eine technische Neuerung in 01 kann die eingekaufte Ware nicht mehr zum geplanten Preis verkauft werden. Die Ware bleibt unverkauft auf Lager.Lösung: Obwohl die Ware einen Werteverlust erfahren hat, kann dieser in der EÜR nicht als Verlust geltend gemacht werden.5. Verkauf von beweglichem Anlagevermögen zählt als Erlös.Die Anschaffungskosten von Anlagegütern können im Jahr der Anschaffung nicht als Aufwendungen geltend gemacht werden. Werden Anlagegüter jedoch verkauft, so wirkt sich der Verkaufserlös gewinnbringend aus. Z.B.: Ein betrieblicher Pkw wird beim Neukauf eines Pkw verrechnet. Für den alten Pkw erhält der Selbständige eine angerechnete Preisminderung von 1.000,00 €.Lösung: Die 1.000,00 € sind ein Erlös, wenn der Pkw bereits voll abgeschrieben ist.

    Die einfache Buchhaltung enthält Geschäftsvorfälle, die vom Geld-Flussprinzip abweichen.

     

    6. Der Erwerb und die Herstellung von Anlagevermögen. Z.B.: Das Unternehmen richtet das Büro neu ein. Gleich im Januar 01 werden Schänke gekauft im Wert von a´500,00
    Lösung: Für abnutzbare Anlagegüter, wie es die Schränke sind, können die Anschaffungskosten nicht als Ausgaben angesetzt werden. Vielmehr sind jährliche Abschreibungen als Aufwendungen anzusetzen – bei Büromöbel über 10 Jahre.

    7. Die Vorgründungskosten können als Aufwendungen geltend gemacht werden.

    Die Gründung eines Unternehmens ist mit Aufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit vollzogen und nicht erst mit der gewerblichen Anmeldung. Daher können entstandene Fahrtkosten, Gebühren und sonstige Gründungskosten, die vor der Eintragung des Gewerbes entstanden sind, als Aufwendungen verbucht werden.

    Z.B.: Ein Gründer besucht ein Gründungsseminar und zahlt dafür anteilig 40,00 €. Zwei Monate später meldet er das Gewerbe an.

    Lösung: Die 40,00 € sind Vorgründungskosten. Da sie für den direkten Unternehmensaufbau verausgabt wurden, können sie als Aufwendungen im Gründungsjahr geltend gemacht werden.

     

    8. Ausnahme der zeitlichen Zuordnung der Ausgabe oder Einnahme.

    Das Geld-Flussprinzip gilt nicht für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben oder Einnahmen, die innerhalb eines Zeitraums von 10 Tagen vor oder nach dem Jahresende zu- oder abfließen. In diesen Fällen werden die Zahlungen nicht dem Kalenderjahr zugeordnet in dem sie geflossen sind, sondern für das sie geflossen sind.

    Z.B.: Am 09.01.02 wird die Umsatzsteuer für das 4. Quartal 01 überwiesen.

    Lösung: Obwohl die Zahlung in 02 erfolgt, gehört die Zahllast in 01. Steuerlich wird sie daher dem Kalenderjahr 01 zugerechnet.

     

    9. Privateinlagen- Privatausgaben sind keine betrieblichen Aufwendungen oder Erlöse.

    Privateinlagen oder Privatausgaben mindern oder mehren nicht den Jahresüberschuss. Dennoch spielen sie in der EÜR eine Rolle. So zählen z. B. die private Nutzung des betrieblichen Pkw oder die Warenentnahme für den privaten Nutzungsbereich als betriebliche Einnahmen und erhöhen damit den Gewinn.

    Z.B: Ein Selbständiger nutzt den betrieblichen Pkw zu 20% für Privatfahrten.

    Lösung: Alle Pkw-Kosten (Benzin, Reparaturen, Steuern…) sind zu 20% als Einnahmen des Unternehmens zu verbuchen.

     

    10. Es braucht weder ein Kassenbuch geführt werden, noch besteht der Zwang auf ein betriebliches Bankkonto.

    Aus § 4 Abs. 3 EStG ergibt sich keine Verpflichtung zur Führung eines Kassenbuchs; eine derartige Pflicht ergibt sich auch nicht aus der umsatzsteuerlichen Aufzeichnungspflicht des § 22 UStG . Ebenso wenig ist die Aufzeichnungsvorschrift für Bareinnahmen auf die EÜR anwendbar (§ 146 Abs. 1 Satz 2 AO). Allerdings müssen bei einer EÜR die Einnahmen einzeln aufgezeichnet werden, ohne dass hierfür aber ein Kassenbuch geführt werden muss. Es genügt also eine chronologische Auflistung der Einnahmen und Ausgaben.

    Z.B.: Eine Gewerbetreibende stellt eigenen Schmuck her und verkauft diesen unregelmäßig auf Märkten. Sie führt keine Finanzkonten.

    Lösung: Die Einnahmen und Ausgaben werden über ein Verrechnungskonto gebucht. Der im Verrechnungskonto ermittelte Differenzbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben ist der Jahresüberschuss oder Jahresverlust. Die Verpflichtung zur chronologischen Aufzeichnung wird durch das Journal erfüllt.

  • Weiter Sonderregeln gelten für Kleinstunternehmen.


ISI-Schubert
Geschützt: Reisekosten ab 2014 – Für wen wird es teurer?

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Kassenbuch
Kassenbuch mit Excel? Warum so umständlich, wenn´s einfach geht?

Kassenbuch mit Excel? Warum so umständlich, wenn´s einfach geht?

Noch immer höre oder lese ich, wie Freiberufler und Gründer versuchen ein Kassenbuch mit Excel zu führen. Zugegeben – es gibt ausgezeichnete Rechenprogramme, doch für das Kassenbuch gibt es einfacherer Lösungen.

Gleich welches Hilfsmittel Sie für das Führen des Kassenbuchs wählen, Voraussetzung ist ein Grundverständnis der einfachen Buchhaltung. Was besagt dieses? Und was bedeutet das für das Führen vom Kassenbuch?

Das Kassenbuch ist eine Grundlage für die Berechnung der Steuerschuld. Daher sind einige steuerrechtliche Vorschriften zu berücksichtigen.

  • Im Kassenbuch sind das Datum, der Inhalt des buchungsrelevanten Vorgangs (Geschäftsvorfall) zwingend anzugeben.
  • Beim Eintragen in das Kassenbuch gibt es zwei Spalten bzw. Konten. Auf einer Seite stehen die Einnahmen und in der anderen Seite die Ausgaben. In der Fachsprache sprechen wir von Konten.
  • Der Kassenbestand darf nie, zu keinem Zeitpunkt unter 0,00 € liegen. Das Aufrechnen des Saldos muss grundsätzlich einen positiven Bestand ergeben.

Diese recht aufwendige Kontrolle nimmt Ihnen ein Buchhaltungsprogramm ab. Für die Nutzung eines solchen Programms brauchen Sie nur folgende Regel zu kennen und konsequent anzuwenden:

Es gibt immer zwei Konten, die gebucht werden müssen. Eines davon ist die Barkasse. Das zweite Konto ist die Position, die beschreibt, wofür Sie Geld ausgegeben oder erhalten haben. Das können z. B. sein: Benzinkosten, Mietkosten, Büromaterial auf der Ausgabeseite und Honorare auf der Einnahmeseite.

Die Hauptregeln für die Buchung lauten:

  1. alle Ausgaben stehen immer im SOLL (Konto)
  2. alle Einnahmen stehen immer im HABEN (Gegenkonto)Kassenbuch

Unabhängig davon, welches Programm Sie nutzen, sind diese Regeln immer gleich und daher auch in jedem Programm anwendbar. Die Barmittel stehen entsprechend im anderen Konto. Zur eigenen Kontrolle können Sie sich merken, dass jede Mehrung des Kassenbetrages immer im SOLL und jede Minderung des Kassenbestandes immer im HABEN steht.

Daraus ergeben sich nur zwei Möglichkeiten:

  1. Kasse (SOLL) – Honorare oder Erlöse (HABEN); z.B. Sie erhalten ein Honorar bar ausgezahlt.
  2. Benzinkosten (SOLL) – Kasse (HABEN); z. B. Sie zahlen Benzinkosten bar.

Das folgende Video zeigt, wie Sie das Kassenbuch mit dem kostenlosen Buchhaltungsprogramm „MS-Buchhalter“ führen können und damit immer den Überblick behalten.

Lohn- und Gehaltsabrechnung - bbg-2

Geschützt: Beitragsbemessungsgrenze

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Geschützt: Geringfügige Beschäftigung – die Arten und Berechnungen

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