Lohn- und Gehaltsabrechnung
Urlaubsentgelt – Die Berechnung nach dem Durchschnitt

Urlaubsentgelt – Die Berechnung nach dem Durchschnitt

Die Gewährung von Urlaubsentgelt ist eine Pflicht des AG. Im Unterschied zur Urlaubsabgeltung und zum Urlaubsgeld und zum Mutterschaftsgeld, wird das Urlaubsentgelt auf den Monat gerechnet. Die gesetzliche Regelung dazu liefert das Bundesurlaubsgesetz. Nach § 3 beträgt der jährliche Mindesturlaub 24 Werktage. Als Werktage gelten alle Kalendertage, außer Sonn- und Feiertage. Damit zählen Sonnabende zu den Werktagen.

Die arbeitsrechtlichen Bestimmungen bei der Abrechnung vom Urlaubsentgelt:

1. Der Anspruch auf den vollen Jahresanspruch der vereinbarten Urlaubstage besteht erstmalig nach 6 Monaten. Das heißt, ein AN der z.B. die Arbeitstätigkeit am 01.06. xx aufgenommen hat, hat einen Anspruch auf den vollen Jahresurlaubsanspruch. Dies ist entsprechend in der Abrechnung zu berücksichtigen. In dieser ist in diesem Beispiel der Gesamtanspruch einzutragen.

2. Nach § 7 (3) muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubsanspruchs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder persönliche Gründe des Arbeitnehmers vorliegen. Bei einer Übertragung in das folgende Kalenderjahr muss der Urlaub in den ersten drei Monaten gewährt und genommen werden. In der Lohn- und Gehaltsabrechnung wird in diesem Fall von der Märzklausel gesprochen.

3. Nach § 11 Bundesurlaubsgesetz errechnet sich das Urlaubsentgelt aus dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat. 13 Wochen stehen in der Praxis für 3 Monate.

In die Durchschnittsberechnung fließen ein bzw. bleiben außen vor:

es fließen ein es bleiben außen vor
– der Grundlohn (bei Azubis die Ausbildungsvergütung) – für Überstunden gezahlte Arbeitslohn (Grundlohn und Überstundenzuschlag)
– alle gezahlten Erschwernis- und Leistungszuschläge – einmalige Zuwendungen
– Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit – Auslösungen
– Provisionen – Reisekostenerstattungen
– Sachbezüge

Das Skript zum Video: Urlaubsentgelt

4. Bei einer Lohn- oder Gehaltserhöhung während des Urlaubs, sind diese zu berücksichtigen. Verdienstkürzungen hingegen infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnisse, bleiben für die Berechnung vom Urlaubsentgelt außer Betracht.

5. In der Lohn- oder Gehaltsbescheinigung muss der Urlaubsanspruch und die bereits erhaltenen Urlaubstage ersichtlich sein.

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