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Sacheinlagen und Sachentnahmen und deren steuerliche Auswirkungen

Sacheinlagen und Sachentnahmen und deren steuerliche Auswirkungen

Neben Bareinlagen kennt das Steuerrecht auch Sacheinlagen und Sachentnahmen. Grundsätzlich gilt dafür das gleiche wie bei den Bareinlagen bzw. -entnahmen. Jedoch ist die Behandlung von Sachen schwieriger, weil die Sache zunächst bewertet werden muss. Die folgenden Ausführungen werden einige Beispiele aufzeigen, für die eine gesonderte steuerliche Bewertung vorgenommen werden muss.

Beispiele für Sacheinlagen und Sachentnahmen

  • Dies hat z.B. Bedeutung, wenn der Kaufmann seinen bislang privaten PKW in das Betriebsvermögen einlegt. Der PKW muss bewertet werden. Der ermittelte Wert ist dann Grundlage für die steuermindernd wirkenden jährlichen Abschreibungen.
  • Wenn umgekehrt der Unternehmer einen neuen PKW für sein Betriebsvermögen anschafft und den alten bereits auf Null abgeschriebenen PKW dem Betriebsvermögen entnimmt, um seinem Sohn zur bestandenen Führerscheinprüfung zu schenken, ist der entnommene PKW ebenfalls mit dem Teilwert zu bewerten.
  • Ähnliches gilt für den Lebensmittelhändler, der für sein Abendbrot Lebensmittel mit nach Hause nimmt. Auch diese Sachentnahmen sind mit dem Teilwert anzusetzen. Hier handelt es sich nicht um den Verkaufspreis in seinem Geschäft, sondern um die Beträge, die er für die Anschaffung dieser Lebensmittel aufgewendet hatte.
  • Sachentnahmen haben noch eine andere steuerliche Auswirkung. Sie unterliegen der Umsatzbesteuerung. Die Umsatzsteuer besteuert den Endverbrauch einer Sache. Sachentnahmen sind eine Überführung ins Privatvermögen, also zum Endverbraucher. Auf Sachentnahmen ist daher die Umsatzsteuer nach den allgemeinen Regeln zu berechnen und abzuführen. Schließlich darf unser Lebensmittelhändler für seinen Privatbereich nicht günstiger gestellt werden, als der Kunde, der bei ihm einkauft.Sacheinlagen
  • Bei dem Unternehmer, der sein Unternehmen in einem Arbeitszimmer in seinem Privathaus betreibt, handelt es sich bei dem Arbeitszimmer um Betriebsvermögen. Bei einer Betriebsaufgabe wird auch der Gebäudeteil „Arbeitszimmer“ in das Privatvermögen überführt, mit den o.a. Folgen. Die anteiligen Wertsteigerungen des Gebäudes unterliegen auf jeden Fall der Einkommensteuer. Sofern vorher rege von Abschreibungen oder sogar Sonderabschreibungen auf das Arbeitszimmer Gebrauch gemacht wurde, unterliegen auch die hierdurch verursachten Wertdifferenzen der Besteuerung. Allerdings fällt hier keine Umsatzsteuer an, weil es sich um ein Gebäude handelt.
  • Weiterhin gibt es noch die Nutzungsentnahme. Der Bauunternehmer sendet einen Maurer zu seinem Privathaus, um einen Mauerschaden zu beseitigen. In diesem Fall wird die Nutzungsentnahme mit den Lohnkosten für den Maurer und die Anschaffungskosten für die Materialien bewertet. Umsatzsteuer ist ebenfalls zu berechnen und an das Finanzamt abzuführen.
  • Auch die private Nutzung des betrieblichen PKW ist eine Nutzungsentnahme, die entweder mit den tatsächlichen Kosten auf der Grundlage eines exakt geführten Fahrtenbuchs oder nach der sogenannten 1%-Regel bewertet wird, natürlich immer mit Umsatzsteuer. Sacheinlagen

  • Prinzipiell gelten die beschriebenen Regeln für Sachentnahmen oder Sacheinlagen auch für juristische Personen, wie z.B. die GmbH. Zusätzlich gibt es hier die verdeckten Sacheinlagen und die verdeckten Entnahmen (eher bekannt unter dem Begriff verdeckte Gewinnausschüttung). Sacheinlage
  • Verdeckte Sacheinlagen liegen vor, wenn der Gesellschafter einer GmbH seiner Gesellschaft einen Gegenstand unter dem Wert verkauft, den ein fremder Dritter für diesem Gegenstand bezahlen würde. Zugegeben, dieser Fall ist eher selten.
  • Öfter kommt es dagegen vor, dass der Gesellschafter einer GmbH, der zugleich auch Geschäftsführer seiner GmbH ist, sich ein unangemessen hohes Gehalt gönnt. In diesem Fall schlägt die Finanzverwaltung mit dem Instrument der verdeckten Gewinnausschüttung zu. Dies hat zur Folge, dass die überhöhten Gehaltsteile in der GmbH nicht steuermindernd als Aufwand behandelt werden dürfen und der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer unterliegen. Im weiteren Verfahren werden die überhöhten Gehaltsteile wie eine Ausschüttung von Gewinnen behandelt. Sie unterliegen zusätzlich der seit dem 1.1.2009 geltenden 25%igen Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag), sind aber dafür beim Geschäftsführer steuerfrei.
  • Verdeckte Gewinnausschüttungen gibt es nicht nur bei überhöhten Gehältern, sondern immer, wenn aus der Gesellschafterstellung heraus veranlasste Geschäfte zu Vorteilen beim Gesellschafter oder einer ihm nahestehenden Person führen, diese Vorteile aber einem fremden Dritten nicht gewährt worden wären.

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