Lohnsteuerjahresausgleich durch den AG – was zu berücksichtigen ist

LohnsteuerjahresausgleichDer Lohnsteuerjahresausgleich durch den AG ersetzt nicht die Einkommenssteuererklärung. Der Lohnsteuerjahresausgleich durch den AG dient lediglich dazu, mögliche Überzahlungen oder Unterzahlungen an Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auszugleichen.

Wann muss ein Lohnsteuerjahresausgleich durchgeführt werden und wann darf kein Lohnsteuerjahresausgleich vorgenommen werden

a) Anzahl der AN zum 31.12.XX

Nach § 42b Abs. 1 EStG sind AG zur Durchführung eines Lohnsteuerjahresausgleiches verpflichtet, wenn zum 31.12. 2015 mindesten 10 AN beschäftigt sind. Lohnsteuerjahresausgleich

Bei der Entscheidung, ob die Pflicht zum Lohnsteuerjahresausgleich gegeben ist, zählen auch Teilzeitbeschäftigte und pauschal besteuerte Arbeitsverhältnisse mit. Dabei ist es gleich, ob für diese Mitarbeiter der Lohnsteuerjahresausgleich durchgeführt werden darf. Lohnsteuerjahresausgleich

– ein Unternehmen beschäftigt 12 Mitarbeiter in Vollzeit. → verpflichtet

– ein Unternehmen beschäftigt 12 Mitarbeiter, davon 8 Vollzeit und 4 in einer geringfügigen Beschäftigung → verpflichtet

– ein Unternehmen beschäftigt 10 Mitarbeiter, davon wurden 2 im Juli des laufenden Jahres neu eingestellt → verpflichtet

– ein Unternehmen beschäftigt 8 Mitarbeiter → freiwillig

b) Die Verpflichtung als Unternehmen den Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen bedeutet nicht, dass dieser auch für jeden einzelnen AN vorgenommen werden darf.

Der § 42b Abs. 1 nennt eine Reihe von Fällen, in denen der Ausgleich für den betreffenden AN nicht durchgeführt werden darf:

  • der AN es beantragt, weil er selbst eine Einkommensteuerveranlagung beantragen wird,
  • der AN für das Gesamtjahres oder für einen Jahresteil in der Lohnsteuerklasse V oder VI besteuert wurde
  • der AN für einen Jahresteil in den Lohnsteuerklassen II, III, IV besteuert wurde
  • für den AN das Faktorverfahren angewendet wurde
  • der AN in 2015 Lohnersatzleistungen erhalten hat (Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld), die dem Progressionsvorbehalt unterliegen
  • der AN in 2015 mindestens eine Lohnunterbrechung (im Lohnkonto eingetragen mit „U“) hatte
  • der AN nur für 2015 oder für einen Jahresteil beschränkt einkommensteuerpflichtig war
  • der AN in 2015 die Lohnsteuerklasse gewechselt hat

Wie der Arbeitslohn p.a. ermittelt wird

Die Grundlage für die Ermittlung des Jahresarbeitslohnes bildet das Lohnkonto. Zum Jahresentgelt gehören:

  • steuerpflichtige Barbezüge (Stundenlohn, Gehalt, Ausbildungsvergütung)
  • Sachbezüge (geldwerter Vorteil), die der AN im Ausgleichsjahr bezogen hat.

 

Der laufende Arbeitslohn (Lohn, Gehalt, Ausbildungsvergütung) gilt in dem Jahr als bezogen, in dem der Lohnzahlungszeitraum endet.

In einem Unternehmen wird das Entgelt monatlich gezahlt (Lohnzahlungszeitraum ist damit der Monat). Die Mitarbeiter erhalten ihr Gehalt immer am 25. des laufenden Monats für den laufenden Monat. Zum Jahresengelt gehören alle Gehälter von Januar bis Dezember.

Der laufende Entgelt (Stundenlohn, Gehalt, Ausbildungsvergütung) gilt in dem Kalenderjahr als bezogen, in dem der Lohnzahlungszeitraum endet.

In einem Unternehmen wird das Entgelt monatlich gezahlt (Lohnzahlungszeitraum ist damit der Monat). Die Mitarbeiter erhalten ihr Entgelt immer am 10. des Folgemonats. Zum Jahresentgelt gehören alle Gehälter von Januar bis Dezember, auch wenn das Entgelt für Dezember erst im Januar des Folgejahres ausgezahlt wird. Lohnsteuerjahresausgleich

Sonstige Bezüge werden dem Kalenderjahr zugerechnet, in dem die Zahlung erfolgt (Zuflussprinzip).

In einem Unternehmen wird das Weihnachtsgeld immer im November des laufenden Kalenderjahres ausgezahlt. Das Weihnachtsgeld gehört zum Jahresentgelt des laufenden Jahres.

In einem Unternehmen wird das Weihnachtsgeld immer im Januar des Folgejahres ausgezahlt. Das Weihnachtsgeld gehört zu Jahresarbeitslohn des Folgejahres.

Nicht einberechnet werden

Was tun bei Abweichungen zwischen Lohnsteuerjahresausgleich und laufender Berechnung

Stimmt die in 2015 die ermittelte und gezahlte Lohnsteuer in der Höhe nicht mit er durch den Jahressteuerausgleich ermittelten überein, gibt es folgende Fälle:

Abgeführte Lohn-St war zu hoch Abgeführte Lohn-St war zu niedrig, obwohl die laufende Abrechnung korrekt erfolgte Abgeführte Lohn-St war zu niedrig, weil die laufende Abrechnung fehlerhaft erfolgte
Die zu viel gezahlte Lohn-St ist dem AN zu erstatten; es erfolgt eine Verrechnung mit der Lohn-St für den Monat Dezember Vom AN darf keine Lohn-St nachgefordert werden; an das Finanzamt braucht keine Meldung zu erfolgen Die zu wenig entrichtete Lohn-St ist vom AN nachzufordern oder an das zuständige Finanzamt des Unternehmens zu melden.

Bei Änderungen des Lohnsteuerabzuges gilt § 41c

 

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