Von der Lohnfortzahlung zum Krankengeld

Gesetzlich ist der AG zur Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen verpflichtet. Ist der AN länger als sechs Wochen krank, so bezieht er Krankengeld. Liegt der Ablauf der sechs Wochenfrist innerhalb eines Monats, entsteht ein Teillohnzahlungszeitraum im Sinne der Sozialversicherung.

1. Lohn- und Gehaltsabrechnung im Krankheitsfall

LohnfortzahlungEin AN (III/0/ev) mit einem Monatsgehalt von 4.500,00 € bezieht von seinem AG bis zum 10.02. (10 KT) Lohnfortzahlung über 1.500,00 €. Ab 11.02. erhält er durch seine zuständige Krankenkasse Krankengeld.

 

 

 

 

 

 

 

Gehaltsabrechnung für den Monat Februar:

a) Berechnung der LST

Gehalt vom 01.02. – 10.02.

1.500,00 €

Steuerbrutto

1.500,00 €

LST (nach der Monatstabelle)

0,00 €

Soli

0,00 €

KiSt

0,00 €

b) Berechnung der SV

Bei der Berechnung der SV-Beiträge ist zu beachten, dass für den Zeitraum vom 01.02. -10.02. ein Teillohnzahlungszeitraum entstanden ist. Damit muss über die Tage gerechnet werden und überprüft werden, ob die Beitragsbemessungsgrenzen überschritten werden.

BBG für KV und PV für 10 KT

  Monat Berechnung KT
KV / PV 4.425,00 € 4.425,00 € : 30 KT x 10 KT = 1475,00 €

BBG für RV und ALV für 10 KT

  Monat Berechnung KT
RV / ALV 6.500,00 € 6.500,00 € : 30 KT x 10 KT = 2.166,67 €

 

Gehalt vom 01.02. – 10.02.

1.500,00 €

SV-Brutto

1.500,00 €

KV (7,3%)

109,50 €

PV (1,275%)

19,13 €

RV (9,3%)

139,50 €

ALV (1,5%)

22,50 €

2. Lohnfortzahlung – der Anspruch

Ein Arbeitgeber hat die Pflicht einem kranken Arbeitnehmer 42 Kalendertage Entgelt weiter zu zahlen. Ab dem 43 Kalendertag zahlt die Krankenkasse. Anders gesagt, der Arbeitnehmer hat ein Recht auf Entgeltfortzahlung von 42 Kalendertagen. Voraussetzung ist, dass die Lohn- und Gehaltsabrechnung nach dem allgemeinen Beitragssatz erfolgt.

Beispiel 1

       
Arbeitsfähigkeit        
Krankheit A

Krankheit A

  01.07.01 – 25.07.01

30.07.01 – 25.08.01

  25 KT

27 KT

Lohnfortzahlung        
Krankheit A

Krankheit A

Von KV

  01.07.01 – 25.07.01

30.07.01 – 15.08.01

16.08.01 – 25.08.01

  25 KT

17 KT

10 KT

         
         

Beispiel 2

       
Arbeitsfähigkeit        
Krankheit A

Krankheit A

  18.08.01 – 12.10.01

03.05.02 – 17.05.02

  56 KT

15 KT

Lohnfortzahlung        
Krankheit A

Krankheit A

Von KV

  18.08.01 – 28.09.01

03.05.02 – 17.05.02

29.09.01 – 12.10.01

  42 KT

15 KT

14 KT

6 Monatszeitraum   02.05.02 – 03.11.01    
         

Beispiel 3

       
Arbeitsfähigkeit        
Krankheit A

Krankheit A

  18.08.01 – 01.10.01

31.03.02 – 17.04.02

  45 KT

18 KT

Lohnfortzahlung        
Krankheit A

Krankheit A

Von KV

  18.08.01 – 28.09.02

29.09.01 – 01.10.01

31.03.02 – 17.07.02

  42 KT

0 KT

21 KT

6 Monatszeitraum   30.03. 02 – 01.10.01    
         

Beispiel 4

       
Arbeitsfähigkeit        
Krankheit A

Krankheit B

Krankheit A

  15.08.1 – 30.09.01

25.02.02 – 30.03.02

20.04.02 – 10.06.02

  47 KT

34 KT

52 KT

Lohnfortzahlung        
Krankheit A

Krankheit B

Krankheit A

Von KV

  15.08.01 – 25.09.01

25.02.02 – 30.03.02

20.04.02 – 31.05.02

26.09.01 – 30.09.01

01.06.02 – 10.06.02

  42 KT

34 KT

42 KT

15 KT

6 Monatszeitraum   19.04.02 – 20.10.01    

3. Unterbrechungsmeldung im Krankheitsfall

Für die Zwecke der Rentenversicherung

Die Unterbrechungsmeldung wird für die Zwecke der Rentenversicherung benötigt. Kalendermonate, die nicht mit Arbeitsentgelt belegt sind, dürfen auf dem Rentenkonto nicht als Beitragsmonate erscheinen. Dies wird durch die Unterbrechungsmeldung sichergestellt.

Unterbrechung weniger als einen Kalendermonat:

Für die Rentenversicherung zählen auch nur teilweise mit Beiträgen belegte Monate als volle Beitragsmonate. Es bedarf daher keiner Meldung, wenn die Versicherung fortbesteht (z.B. bei Krankengeldbezug) und die Unterbrechung der Lohnfortzahlung keinen vollen Kalendermonat (umfasst.

Unterbrechung von einem vollen Monat ohne Arbeitsentgeltanspruch

Die Unterbrechungsmeldung wird immer dann fällig, wenn eine versicherungspflichtige Beschäftigung mindestens für einen Kalendermonat unterbrochen wird. Und zwar ohne Fortzahlung des Arbeitsentgeltes. Es muss sich dabei um einen vollen Kalendermonat handeln.

Beispiel 1:

Arbeitsunfähigkeit 01.03. – 28.05 01

Lohnfortzahlung 01.03. – 11.04.01

Krankengeld 12.04. – 28.05.01

Keine Unterbrechungsmeldung

Die Unterbrechung beginnt erst nach Ablauf der Entgeltfortzahlung, in diesem Beispiel also am 12.04.01. Weder der April noch der Mai 01 werden vollständig ohne Entgeltzahlung unterbrochen. Deshalb darf keine Unterbrechungsmeldung erstattet werden. Beide Monate werden als Beitragsmonate auf dem Rentenkonto geführt.

Beispiel 2:

Arbeitsunfähigkeit 18.06. – 02.09.01

Lohnfortzahlung 18.06. – 29.07.01

Krankengeld 30.07. – 02.09.01

Unterbrechungsmeldung zum letzten Entgelttag dem 29.07.01