Kalkulatorische Kosten – Korrekturen führen zu den Selbstkosten

Kalkulatorische Kosten sind ein wichtiges Mittel, um die betriebliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu errechnen.

Innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung führt die bloße Trennung zwischen Kosten und Leistungen auf der einen Seite und dem neutralen Ergebnis auf der anderen Seite zu einem unvollständigen Ergebnis.

Das rührt daher, dass es Kosten und Leistungen gibt, die in der GuV mit einem anderen Betrag – wir sprechen dann von Anderskosten, oder überhaupt nicht – wir sprechen dann von Zusatzkosten, stehen.

In unserer ABC GmbH (Beispielfirma) betrifft dies folgende Sachverhalte:

* Für Maschinen wurde eine Sonderabschreibung in Anspruch genommen. Damit wurden die Maschinen statt mit 10% mit 30% abgeschrieben. In der Kosten- und Leistungsrechnung wird daher korrigiert:

Kaufpreis Maschinen = 100.000,00 €, davon 30% = 30.000,00 (diese stehen in der GuV)

Kaufpreis Maschinen = 100.000,00 €, davon 10% = 10.000,00 (diese stehen in der KLR)

* Die beiden Gesellschafter haben 30.000,00 € Eigenkapital in das Unternehmen investiert. Auf dem Kapitalmarkt können dafür auch in Zeiten der Niedrigzinspolitik 2% Zinsen erzielt werden.

Da diese Zinsen nicht wirklich eingenommen werden, sondern nur eine kalkulatorische Größe darstellen, stehen sie nicht in der GuV, aber in der KLR.

* Außerdem waren die Gesellschafter über ihren normalen Aufgabenbereich hinaus für das Unternehmen tätig. Ein Angestellter hätte für diese Tätigkeiten im Jahr 39.000,00 € gekostet.

Auch dieser Wert steht nicht in der GuV, denn auch hier sind keine realen Ausgaben getätigt worden. In der KLR werden sie jedoch als kalkulatorische Kosten berücksichtigt.

In der Kosten- und Leistungsrechnung sind diese Werte als kalkulatorische Kosten zu berücksichtigen. Kalkulatorisch deshalb, weil die tatsächlichen Geldleistungen diesen Werten nicht entsprechen. Um jedoch ein realistisches Bild von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu bekommen, ist die Berücksichtigung der kalkulatorischen Kosten nötig.

So wirken sich kalkulatorische Kosten in der ABC GmbH aus.

Konto

SKR 03

Bezeichnung Aufwendungen in € Erlöse in € Kosten Erlöse
8400 Umsatzerlöse   250.000,00   250.000,00
3960 Bestandsveränderungen 4.500,00   4.500,00  
2600 Erträge aus Beteiligungen   10.000,00    
2289 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen   5.000,00    
3030 Aufwendungen für Rohstoffe 76.000,00   76.000,00  
4120 Personalaufwand 56.000,00   56.000,00  
4830 Abschreibungen auf Sachanlagen 30.000,00   10.000,00  
2312 Verluste aus Finanzgeschäften 10.000,00      
2320 Verluste aus Anlageabgang 80.000,00      
4320 Gewerbesteuer 12.000,00   12.000,00  
2285 Steuernachzahlungen 17.000,00      
4330 Spenden 15.000,00      
4900 Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.200,00   11.200,00  
  Kalkulatorischer Unternehmerlohn     39.000,00  
  Kalkulatorische Zinsen      600,00
           
  Summe 311.700,00 265.000,00 209.300,00 250.000,00
  Gewinn / Betriebsergebnis
  -46.700,00   40.700,00

 

Wie wir sehen, ergibt sich auch nach den Korrekturen durch die Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten ein positives Ergebnis. Das Betriebsergebnis spiegelt die Leistungsfähigkeit des Unternehmens exakter wieder als die GuV. In der Kosten- und Leistungsrechnung werden alle Kosten einbezogen, die durch die Betriebstätigkeit entstehen. Diese Kosten bezeichnet man als Selbstkosten.

Übersicht über kalkulatorische Kosten

kalkulatorische Kosten