Steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber an die Arbeitnehmer

Steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber sind interessante und wirkungsvolle Mittel für die Mitarbeiterbindung. Allerdings sind solche Geschenke an den Arbeitnehmer selten „Streuartikel“. Ein Arbeitgeber, der seine Lohn- und Gehaltsempfänger zielgerichtet motivieren möchte, braucht individuelle Entscheidungen. Nicht jeder AG kann mehr Entgelt zahlen. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten.

Drei Möglichkeiten steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber zu erhalten.

1. Zinsloses oder zinsverbilligtes Darlehen als steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber

Steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber sind zinslose oder zinsverbilligte Darlehen, wenn bestimmte Höchstgrenzen eingehalten werden.

Danach kann ein zinsloses Darlehen steuer- und beitragsfrei gegeben werden, wenn der Betrag bis zu 2.600,00 € beträgt.

a) Ein AG gewährt einem Beschäftigten ein zinsloses Darlehen über 2.000,00 €. Der AN hat einen Bruttoverdienst von 2.200,00 €.

Die Gehaltsabrechnung:

Entgelt 2.200,00 €

Darlehen 2.000,00 €

Steuerbrutto 2.200,00 €

SV-Brutto 2.200,00 €

Da die Darlehenshöhe unterhalb der Höchstgrenze liegt, ist das Darlehen von 2.000,00 € steuer- und beitragsfrei. Weder der Zeitpunkt der Rückzahlung noch die Höhe der Raten spielt dabei eine Rolle

b) Ein AG gewährt einem Beschäftigten ein zinsloses Darlehen über 3.000,00 €. Der AN hat einen Bruttoverdienst von 2.500,00 €.

Geschenke-vom-ArbeitgeberDie Gehaltsabrechnung:

Entgelt 2.500,00 €

steuer- und beitragspflich-
tiger geldwerter Vorteil 3.000,00 €

Steuerbrutto 3.500,00 €

                                     SV-Brutto 3.500,00 €

wie b); Der AN hat monatlich 200,00 € getilgt. Im 3. Monat ist die Darlehenshöhe auf 2.600,00 € gesunken. Die Gehaltsabrechnung:

Entgelt 2.500,00 €

steuer- und beitragspflich-
tiger geldwerter Vorteil 0,00 €

Steuerbrutto 2.500,00 €

SV-Brutto 2.500,00 €

2. Überlassung von Telekommunikationsgeräten als steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber

Steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber können auch Überlassungen von Datenverarbeitungsgeräten, wie einem PC, Smartphone, Tablet und System- und Anwendungsprogrammen sein. Wichtig dabei ist, dass der Arbeitgeber Eigentümer bleibt. Überlassung bedeutet die uneingeschränkte private Nutzung. Die Datenverarbeitungsgeräte selbst sind demnach nicht die steuerfreien Geschenke vom Arbeitgeber, sondern die daraus resultierende Steuer- und Beitragsfreiheit.

z. B.: Einem Beschäftigten (Entgelt 3.000,00 €) wird ein betriebliches Notebook (500,00 €) für die uneingeschränkte private Nutzung überlassen. Im Vertrag ist geregelt, dass das Notebook nach Ablauf der Nutzungszeit oder spätestens bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses an den AG zurückgegeben wird.

Durch diese arbeitsrechtliche Vereinbarung ist die private Nutzung des Notebooks durch den Beschäftigten steuer- und beitragsfrei.

Wird hingegen das Notebook tatsächlich dem Angestellten geschenkt, so liegt in Höhe des ortsüblichen Preises steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn vor. Der AG kann jedoch nach § 40 Abs. 2 Nr. 5 EStG eine pauschale Besteuerung mit 25% vornehmen. Die pauschale Versteuerung zieht eine Beitragsfreiheit in der SV nach sich.

Die drei Varianten im Vergleich berechnet

a) Dem Beschäftigten wird das Notebook zur Nutzung überlassen.

Entgelt 3.000,00 €

steuer- und beitragsfreier
geldwerter Vorteil 500,00 €

Steuerbrutto 3.000,00 €

SV-Brutto 3.000,00 €

b) Dem Mitarbeiter wird das Notebook tatsächlich Geschenk; es geht in das Eigentum des Beschäftigten über.

Entgelt 3.000,00 €

steuer- und beitragspflich-
tiger geldwerter Vorteil 500,00 €

Steuerbrutto 3.500,00 €

SV-Brutto 3.500,00 €

c) Dem Beschäftigten wird das Notebook tatsächlich geschenkt; es geht in das Eigentum des Mitarbeiters über. Der AG versteuert den Schenkungsbetrag pauschal.

Gehalt 3.000,00 €

steuer- und beitragspflich-

tiger geldwerter Vorteil

pauschal versteuert 500,00 €

Steuerbrutto 3.000,00 €

SV- Brutto 3.000,00 €

Der AG-Aufwand

Gehalt 3.000,00 €

Notebook 500,00 €

pauschale LST 25% 125,00 €

pauschale Soli 5,5% 6,88 €

SV-Beitrag v. 3.000,00 €

(ca. 20%) 600,00 €

3. Warengutscheine als steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber

Steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber können Warengutscheine sein, die der AN bei einem Dritten einlösen kann. Dabei darf der Warengutschein die 44,00 € Höchstgrenze pro Monat nicht übersteigen, um steuer- und beitragsfrei zu sein. Er darf weiterhin nicht als Bargeld ausgegeben oder einlösbar sein. Es muss sich demnach zwangsläufig um eine Sachzuwendung handeln.

Typische Beispiele sind: Tankgutschein, Büchergutscheine, Theaterkarten, Jobticket

Die 44,00 € Höchstgrenze gilt pro Monat und ist nicht auf andere Monate übertragbar. Wird sie überschritten, so ist der Gesamtwert steuer- und beitragspflichtig.

Beispiel

Ein AG hat mit einem AN schriftlich vereinbart, dass dieser monatlich einen Betrag von 44,00 € bar für Benzin erhält und nach Beleg abrechnet.

Der AN reicht von Januar bis Juni folgende Tankbelege ein:

Januar 37,00 €

Februar 44,00 €

März 28,00 €

April 50,00 €

Mai 40,00 €

Juni 44,00 €

Ergebnis: Die Verwendung des Bargeldes ist eindeutig in einem Vertrag geregelt. Der AN darf das Geld nicht frei verwenden. Er darf es nur für Benzin ausgeben und muss die Belege dem AG einreichen. Damit handelt es sich im Sinne des Gesetzes um einen Sachwert. Die 44,00 € Sachbezugsgrenze wurde in allen Monaten, außer April nicht überschritten. Damit sind die Zuwendungen steuerfreie Geschenke vom Arbeitgeber. Im April wird die Höchstgrenze überschritten. Damit werden die 50,00 € im April zum steuer- und beitragspflichtigen Entgelt.

Weitere Beispiele und eine Übersicht zu steuerfreien Zuwendungen