ISI-Schubert
Wie berechnet sich das Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld – Entgelt berechnet während der Schutzzeit

Für die Beanspruchung von Mutterschaftsgeld muss die Frau zu Beginn der Mutterschaft in einem Arbeitsverhältnis stehen, eine Heimarbeit ausüben oder das Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft durch den AG aufgelöst worden sein. Das Mutterschaftsgeld wird in dem Zeitraum von 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Entbindung gezahlt.

MutterschaftsgeldMutterschaftsgeld für Frauen, die in der gesetzl. KK freiwillig oder pflichtversichert sind

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes bemisst sich bei Frauen, die in der gesetzl. KK freiwillig oder pflichtversichert sind, nach dem Nettoeinkommen der letzten 13 Wochen pro Kalendertag. Von der KK erhalten sie maximal 13,00 € pro Kalendertag. Dieses von der Krankenversicherung gezahlte Mutterschaftsgeld ist steuer- und beitragsfrei.

Damit die Frau während des Bezuges von Mutterschaftsgeld nicht schlechter gestellt ist, als während ihrer Arbeitszeit, muss der AG einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zahlen, wenn das Nettoeinkommen den Höchstbetrag von 13,00 € übersteigt. Zu zahlen ist der Unterschiedsbetrag zwischen 13,00 € und dem Nettoverdienst. Auch dieser AG-Zuschuss ist steuer- und beitragsfrei.

Ein Beispiel für die Berechnung von Mutterschaftsgeld bei Frauen in der gesetzl. Krankenversicherung

Eine Arbeitnehmerin (V,0) bezieht einen Monatslohn von 1500,00 €. Monatlich fallen Überstunden an. Die reguläre Arbeitszeit ist auf 40 Stunden pro Woche vereinbart. Der voraussichtliche Entbindungstermin ist der 20.11.14. Die Schutzfrist beginnt demnach am 09.10.14. Für die Berechnung des Zuschusses sind daher die Monate Juli, August und September maßgebend.

Während dieser Monate hat die Frau Überstunden geleistet. Diese sind in die Berechnung vom Mutterschaftsgeld zu berücksichtigen.

1. Schritt: Berechnung der Basis für das Mutterschaftsgeld aus den letzten 3 Monaten

 

Juli

August

September

Monatslohn

1.500,00 €

1.500,00 €

1.500,00 €

Überstunden

300,00 €

200,00 €

100,00 €

LST

376,16 €

343,66 €

305,75 €

SolZ

20,68 €

18,90 €

16,81 €

KV (8,2%)

147,60 €

139,40 €

131,20 €

PV (1,275%)

22,95 €

21,67 €

20,40 €

RV (9,45%)

170,10 €

160,65 €

151,20 €

ALV (1,5%)

27,00 €

25,50 €

24,00 €

Netto

1.035,51 €

990,22 €

950,64 €

2. Schritt: Berechnung des Zuschusses durch den AG

Nettoentgelt für 3 Monate = 2.976,37 €
geteilt durch 90 Kalendertage = 33,07 €
abzüglich Mutterschaftsgeld v. KK = 13,00 €
Kalendertäglicher AG-Zuschuss = 20,07 €

3. Schritt: Berechnung des Entgeltes für den Monat Oktober

Im Oktober arbeitet die Frau vom 01.10. bis zum 08.10. (6 Arbeitstage). Für diesen Zeitraum erhält sie ein Arbeitsentgelt von 415,39 €. Die Lohnsteuer/ der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer werden aus der Monatstabelle abgelesen, da das Arbeitsverhältnis fortbesteht. In der SV ist zu überprüfen, ob die BBG berechnet auf die Tage überschritten wird.

 

in alle Bundesländer außer Sachsen

 

in Sachsen

Gesamtbrutto

415,39 €

 

415,39 €

LST-Brutto

415,39 €

 

415,39 €

SV-Brutto KV

415,39 €

 

415,39 €

– LST

36,16 €

 

36,16 €

– SolZ

0,00 €

 

0,00 €

– KiST

0,00 €

 

0,00 €

– KV

34,06 €

 

34,06 €

– PV

(1,025%) 4,26 €

 

(1,275%) 5,30 €

– RV

39,25 €

 

39,25 €

– AlV

6,23 €

 

6,23 €

Netto

295,43 €

 

294,39 €

AG-Zuschuss f. 23 Tage

461,61 €

 

461,61 €

Auszahlung

757,04 €

 

756,00 €

 

 

Ist dieser Beitrag klar und verständlich geschrieben? Was kann ich noch erklären?

ISI-Schubert
Die Berechnung der Urlaubsabgeltung

Urlaubsabgeltung – die Berechnung

Urlaubsabgeltung gehört in der Lohn- und Gehaltsabrechnung zu den sonstigen Bezügen bzw. einmaligen Zahlungen. Damit sind Steuern und Sozialversicherungsleistungen gesondert auf die Urlaubsabgeltung zu berechnen.

Eine Umrechnung des Urlaubsanspruchs in Geld darf nur dann erfolgen, wenn durch Krankheit oder durch Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Urlaub nicht genommen werden kann.

  1. Schritt: Berechnung der Urlaubsabgeltung durch die Formel.

UrlaubsabgeltungUrlaubsabgeltung = Arbeitsentgelt x 3 x Resturlaubsanspruch: 65

Die Urlaubsabgeltung wird also auf der Basis von 3 Monaten berechnet. Die 3 finden wir im Nenner der Formel und auch im Zähler. Die Zahl 65 ergibt sich aus der Multiplikation von Wochenarbeitstagen und der Zahl 13, die für 3 Monate steht.

Daraus ergibt sich:

Bei einer 5 Tageswoche: 5 Arbeitstage x 13 = 65

Bei einer 6 Tageswoche: 6 Arbeitstage x 13 = 78

Bei einer 4 Tageswoche: 4 Arbeitstage x 13 = 52

 

  1. Schritt: Im 2. Schritt sind als Nebenrechnungen die Steuer und die SV-Beiträge von der Urlaubsabgeltung gesondert zu ermitteln.

Eine Addition mit dem normalen Arbeitsentgelt ist unzulässig.

a) LST / Soli / KiSt

Für die Urlaubsabgeltung sind die LST, der Soli und die KiSt über die Jahrestabelle zu ermitteln. Dafür wird zunächst des Bruttoentgelt auf 12 Monate hochgerechnet.

Umrechnung auf 12 Monate: Summe der 12 letzten monatlichen Bruttoentgelte: abgelaufene Monate

Je nachdem, in welchem Monat die Urlaubsabgeltung gezahlt wird, erfolgt die entsprechende Umrechnung. Endet z. B. das Arbeitsverhältnis Ende März, so handelt es sich um 3 abgelaufene Monate.

In der Lohnsteuerjahrestabelle wird die Lohnsteuer abgelesen bei dem durchschnittlichen Jahreseinkommen und bei dem durchschnittlichen Jahreseinkommen + der Urlaubsabfindung.

LST nach Jahrestabelle vom durchschnittlichen Jahresentgelt = ?

LST nach Jahrestabelle vom durchschnittlichen Jahresentgelt + Urlaubsabgeltung = ?

Die Differenz der beiden Beträge ergibt die LST auf die Urlaubsabgeltung

 

Auf gleiche Weise wird der Soli und die KiSt abgelesen und ermittelt.

 

b) KV / PV / RV / ALV auf die Urlaubsabgeltung

Zu ermitteln ist die BBG für den jeweiligen Zeitraum.

 

z. B.

BBG KV für 3 Monate = 4050,00 € x 3 = 12.150,00 €

Ist die BBG höher als das Entgelt im gleichen Zeitraum, so ist auf die Urlaubsabgeltung KV und PV-Beitrag zu berechnen. Liegt das Entgelt oberhalb der BBG, so werden die Beiträge maximal bis zu Erreichung der BBG berechnet.

 

Arbeitsrechtliche Bestimmungen zur Berechnung von Urlaubsabgeltung

 

War dieser Beitrag hilfreich für dich?

 

ISI-Schubert
Reisekosten ab 2014 – Für wen wird es teurer?

Reisekosten – Für wen wird es ab 2014 teurer?

Reisekosten und deren Berechnung werden ab 2014 neu geregelt. Werden Reisekosten damit für den AG teurer oder werden AN Einschnitte hinnehmen müssen? Diese Frage kann nicht grundsätzlich beantwortet werden. Das Ergebnis hängt wesentlich von den Umständen ab. Reisekosten

Was wird grundsätzlich im Reisekosten – Recht ab 01.01.2014 neu sein?

* Der Begriff „Tätigkeitsstätte“ wird gesetzlich geregelt, * Arbeitgeber haben größeres Entscheidungsrecht, * Die Obergrenzen für die Steuerfreiheit sowie die Werte der Sachbezüge werden erhöht, * Teilweise wird die Abrechnung vereinfacht.

Was besagt die Definition der „Ersten Tätigkeitsstätte“?

ReisekostenIn den letzten Jahren gab es hinsichtlich der Bestimmung, was den eine regelmäßige Arbeitsstätte ist, viele Unklarheiten. Mit den neuen Bestimmungen zur Abrechnung von Reisekosten wurde nunmehr erstmals die „Erste Tätigkeitsstätte“ gesetzlich definiert (EstG § 9 Abs. 4). Danach handelt es sich bei einer ersten Tätigkeitsstätte um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung – des Arbeitgebers oder – eines verbundenen Unternehmens oder – eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten. Bedingung ist, dass diese Tätigkeitsstätte unbefristet, für die Dauer des Arbeitsverhältnisses oder zumindest länger als 48 Monate geplant ist (Prognose). Reisekosten

Welche allgemeinen Folgen hat diese Definition?

Der AG kann für bestimmte Tätigkeitsgruppen weitestgehend bestimmen, ob ein Mitarbeiter eine erste Tätigkeitsstätte hat und wo diese ist. Jeder AN kann nur eine erste Tätigkeitsstätte haben. Sofern der AG selbst über keine betriebliche Einrichtung verfügt an der AN tätig sein können, kann er dafür auch betriebliche Einrichtungen eines Kunden, Lieferanten oder Geschäftspartners bestimmen. Bestimmte Tätigkeiten haben danach von Gesetz her keine erste Tätigkeitsstätte, weil das Kriterium „ortsfest“ nicht erfüllt wird. Reisekosten

 

Welche Folgen hat diese Definition hinsichtlich der Reisekosten – Gehaltsabrechnung?

Mit der Festlegung der ersten Tätigkeitsstätte wird bestimmt, welcher Weg des AN Arbeitsweg (Wohnung – Arbeit) und welcher Dienstreise ist. Für den Arbeitsweg gilt in der Steuervergünstigung weiterhin die Entfernungsstrecke als Berechnungsgrundlage und für die Dienstreise die gesamte Fahrtstrecke. Nach den ab 2014 geltenden Zahlungsmodalitäten für Verpflegungsmehraufwand hat die Zuordnung Arbeitsweg oder Dienstreise keine finanziellen Auswirkungen. Reisekosten

Was wird sich im Reisekosten – Recht noch ändern?

* Die Regelung hinsichtlich der Abwesenheitsdauer bei Dienstreisen wird von 3 Stufen auf zwei Stufen verkürzt. * Der Dienstreisende hat bei Mehrtagesreisen an An- und Abfahrttagen unabhängig von der Stundenanzahl Anspruch auf 12,00 € Verpflegungsmehraufwand. * Die Sachbezugswerte werden erhöht. * Bei einer Doppelten Haushaltsführung werden die gesetzlichen Bestimmungen, wann es sich um eine Doppelte Haushaltsführung neu geregelt. Eingeführt wird die steuerfreie Höchstgrenze für Aufwendungen bei einer Doppelten Haushaltsführung von 1.000,00 € monatlich. Reisekosten

Die 3 Elemente bei Reisekosten

Video Reisekosten – Fahrtkosten

 

Reisekosten – Verpflegungsmehraufwand

Das bisherige Errechnen der Reisezeit bei mehrtägigen Dienstreisen entfällt ab 2014. Dies führt zur Auflösung der Abwesenheitszeiten und deren steuerlichen Regelsätze. Ab 2014 wird die Einteilung auf An- bzw. Abreisetag und volle Reisetage beschränkt. Die steuerfreien Höchstsätze für den Verpflegungsmehraufwand bei mehrtägigen Reisen betragen: für An- und Abfahrtstage 12,00 € für volle Reisetage 24,00 €. Bei eintätigen Dienstreisen muss die Abwesenheitszeit über 8 Stunden betragen, wenn die Pauschale von 12,00 € geltend gemacht werden soll. Weiterhin kann die Überzahlung der steuerfreien Verpflegungssätze mit 25% pauschal versteuert werden. Das Rechenbeispiel zeigt die Konsequenzen in der Lohn- und Gehaltsabrechnung für den AG. Reisekosten

 

Video: Reisekosten und Verpflegung