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Kleinunternehmerregelung – vom Kleinunternehmen zur Teilnahme am UST-Verfahren und umgekehrt

Der Anlagespiegel für Wirtschaftsgüter

Der Anlagespiegel erfasst die Sachanlagen einer Firma oder einer Unternehmung und deren buchhalterischen Wert. Auch Freiberufler und KMU haben einen Anlagespiegel zu führen, sofern sie Sachanlage haben. Ein Anlagespiegel ist jährlich zu ergänzen und mit neuen Daten auszufüllen. Im elektronischen Formular der EÜR befindet sich der Anlagespiegel im Anlageverzeichnis Teil 2.

 

 

 

Der Inhalt vom Anlagespiegel

Typisch für den Aufbau und Inhalt von einem AnlAnlagespiegelagespiegel ist die Tabellenform, die jährlich fortgeführt wird.

Das Sachgut: Damit ist der Name des Gutes gemeint. Das kann ein PKW, eine Betriebsausstattung xxx, eine technische Sachanlage xyz u. s. w. sein. Im Anlagespiegel ist demnach jedes konkrete Sachgut aufzulisten.

Der Anschaffungs- oder Herstellungstag: Das konkrete Datum ist im Formular nicht gefragt. Im eigenen Anlagespiegel ist die genaue Kenntnis des Anschaffungs- oder Herstellungsdatums jedoch von Vorteil, weil sich so leichter Teilwertabschreibungen nachvollziehen lassen.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Ako/Hko): Unternehmer/innen, die am Umsatzsteuerverfahren teilnehmen, tragen hier den Nettobetrag ein, wer nicht, den Bruttobetrag. Ein Anlagespiegel ist auch für Sachgüter zu führen, die selbst hergestellt werden.

Der Buchwert (BW) des vorhergehenden Wirtschaftsjahres: Sofern das Wirtschaftsgut im laufenden Kalenderjahr nicht angeschafft wurde, bringt es in das aktuelle Kalenderjahr einen BW mit. Dieser ermittelt sich aus den Ako/Hko abzüglich der Abschreibungsbeträge aller bisherigen Jahre.

Zuschreibungen: Werden auf ein Wirtschaftsgut nachträgliche Ako/Hko aufgewendet, muss dieser Aufwand auf die ursprünglichen Ako/Hko hinzugerechnet werden. Es handelt sich um nachträgliche Ako/Hko. Bei der Bemessung der Abschreibungshöhe für das Kalenderjahr der Entstehung der nachträglichen Ako/Hko, sind diese für das gesamte Kalenderjahr anzunehmen. Es spielt also keine Rolle, wann im laufenden Wirtschaftsjahr die nachträglichen Kosten entstanden sind. Die nachträglichen Ako/Hko werden zum Restbuchwert des Vorjahres hinzugerechnet. Die zukünftige AfA wird von diesem höheren Betrag berechnet.

Abgänge: Es kommt vor, dass ein Wirtschaftsgut frühzeitig aus der Firma ausscheidet – durch Verkauf, Entnahme oder Zerstörung. Im Anlagespiegel ist dies zu vermerken. In der Spalte Abgänge ist der letzte BW einzutragen, damit der aktuelle BW auf 0,00 € sinkt (sofern das Wirtschaftsgut physisch nicht mehr vorhanden ist).

AfA (Abschreibungen): Die Abschreibungshöhe im Anlagespiegel ermittelt sich aus den Ako/Nutzungsjahre. Die Nutzungsjahre sind gesetzlich vorgeschrieben und der AfA-Tabelle zu entnehmen. Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung kann die AfA nur anteilig nach Nutzungsmonaten geltend gemacht werden.

Der BW des aktuellen Wirtschaftsjahres: Dieser Betrag im Anlagespiegel ergibt sich aus dem BW des Vorjahres und dem Abschreibungsbetrag des aktuellen Kalenderjahres und bildet die Grundlage für das nächste Wirtschaftsjahr.

 

Ein Praxis-Beispiel für nachträgliche Ako und Abgänge

Ein Unternehmer kauft im Januar 01 eine Druckmaschine zu einem Nettopreis von 80.000 EUR. Sie ist über 10 Jahre abzuschreiben. Im 2. Jahr der Nutzung fallen noch nachträglich 4.000 EUR Kosten an. In 03 wird sie zerstört.

Die Buchungen in 01

  1. Kauf der Druckmaschine

  2. AfA

  3. SB = Schlussbestand = BW

Die Buchungen in 01

Soll Maschinen Haben
1) 80.000 2) 8.000
   

 

Soll Bank Haben
  1) 80.000
   

 

Soll Abschreibung Haben
2) 8.000  
   

 

Die Buchungen in 02

AB = Anfangsbestand = BW aus 01

  1. Kauf = nachträgliche Erhöhung der Ako

  2. AfA neu berechnet (76.000 / 9 Jahre)

 

Soll Maschinen Haben
AB) 72.000 4) 8.4444
3) 4.000 SB) 67.556

 

Soll Bank Haben
  3) 4.000
   

 

Soll Abschreibungen Haben
4) 8.4444  
   

 

Im 3. Jahr wird sie durch einen Wasserschaden irreparabel beschädigt.

Die Buchungen in 03

 

Soll Maschinen Haben
AB) 67.556 5) 67.556
  SB) 0

 

Soll Abgänge Sachanlagen Haben
5) 67.556  
   

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Die Ako/ Hko als Grundlage für den Anlagespiegel

a) Aktivierungspflichtige Ako/ Hko für Erzeugnisse. Das Video erklärt die gesetzlichen Grundlagen und Formeln.

  1. Beispiel: Ako von Sachanlagen

Die Softdrink GmbH kauft am 01.10.2014 eine maschinelle Verarbeitungsanlage. Der Nettolistenpreis beträgt 8.000,00 €. In diesem Preis sind Transportkosten von 80,00 € und Schmierstoffkosten zur Wartung der Verarbeitungsanlage im Wert von 40,00 € enthalten.

Die Softdrink GmbH zahlt noch im Oktober unter Nutzung von 3% Skonto.

Die Berechnung der aktivierungspflichtigen Ako zum 01.10.14:

Nettopreis der Anlage

8.000,00

– Transportkosten

80,00

Listenpreis

7.920,00

– 3% Skonto

237,60

aktivierungspflichtige Ako und Basis für die Berechnung der Abschreibshöhe. Dieser Wert wird im Anlagespiegel als AKo eingetragen.

7.682,60

  1. Beispiel: Ako von Sachanlagen

Die Wichtel GmbH kauft am 01.09.2014 eine Holzverarbeitungsmaschine aus einem Drittland. Es werden 10% Rabatt auf den Listenpreis der Maschine gewährt.

Listenpreis ab Werk

55.000,00

Transportkosten

3.000,00

Zoll

1.290,00

Finanzierungsaufwand bei der Hausbank

4.400,00

Gemeinkosten in der Einkaufsabteilung

1.900,00

Die Wichtel GmbH zahlt unter Abzug von 2% Skonto auf den Listenpreis.

Die Berechnung der aktivierungspflichtigen Ako zum 01.09.14.

Listenpreis ab Werk

55.000,00

– 10 %Rabatt

5.500,00

– 2 % Skonto

990,00

+ Transportkosten

3.000,00

+ Zoll

1.290,00

aktivierungspflichtige Ako und Basis für die Berechnung der Abschreibungen. Dieser Wert wird auch im Anlagespiegel als Ako eingetragen.

52.800,00

Die Finanzierungskosten und die Gemeinkosten sind nicht aktivierungsfähig. Sie werden gesondert als Aufwendungen verbucht.

Der Anlagespiegel hat in der Finanzbuchhaltung in den Bestandskonten seine Basis

Bestandskonten sind Bilanzkonten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass auch nur die Firmen, die bilanzieren, Bestandskonten erfassen. Das stimmt und stimmt auch nicht.

Wer z.B. ein Kassenbuch führt, führt ein Bestandskonto, denn die Barkasse ist ein Bestandskonto. Wer genau die Kontobewegungen auf dem Bankkonto verbucht, verbucht ein Bestandskonto.

Sehen wir uns also näher an, inwieweit Bestandskonten auch in der einfachen Buchführung, als Grundlage für die Ermittlung des Einnahmeüberschusses, ihren Platz haben.

Zur Vereinfachung und Systematisierung teile ich Bestandskonten in drei Gruppen.

1. Gruppe von Bestandskonten, die keine Rolle für den Anlagespiegel spielen

Zu dieser Gruppe gehören das Bankkonto, das Postgirokonto und die Barkasse. Für diese Bestandskonten ist typisch, dass sie einen Anfangs- (AB) und einen Schlussbestand (SB) haben. Sie werden am 01.01.XX mit ihrem Bestand vorgetragen.

Ein Beispiel: Am 31.12.01 hat das Bankkonto einen Bestand von 4.500,00 €. Dieser SB ist gleichzeitig der AB 01.01.02.

Die Verbuchungen der laufenden Geschäftsvorfälle, die die Barkasse betreffen, ersetzen das Führen eines manuellen Kassenbuchs.

2. Gruppe von Bestandskonten, die einen Teil im Anlagespiegel ausmachen können

Diese Gruppe bilden die beiden Privatkonten – Privateinlagen und Privatentnahmen. Diese beiden Bestandskonten haben keinen AB und keinen SB. Jedes Wirtschaftsjahr beginnt die Summierung auf diesen Konten neu. Sie spielen in der Einnahmeüberschussrechnung aus zwei Gründen eine Rolle. Teilweise werden sie beim Verbuchen von Aufwendungen oder Erlösen benötigt. Das ist immer dann der Fall, wenn die Bezahlung nicht über das betriebliche Bankkonto oder die betriebliche Kasse erfolgt. Dabei ist wichtig, dass Aufwendungen, die privat beglichen werden, dennoch als betriebliche Aufwendungen verbucht werden.

Ein Zusammenahng zum Anlagespiegel besteht dann, wenn ein privates Wirtschaftsgut in das Unternehmen überschieben wird (Privateinlage) oder ein betriebliches Wirtschaftsgut in das Privatvermögen abgegeben wird (Privatentnahme).

 

3. Gruppe von Bestandskonten, die im Anlagespiegel geführt werden

Diese Gruppe kann entsprechend des Unternehmens recht groß sein. Zu dieser Gruppe gehören alle Anlagegüter – wie der Fuhrpark, die Ladeneinrichtung, die Büroeinrichtung, Werkzeuge oder Maschinen.

Anlagegüter haben ebenso wie die Konten der 1. Gruppe einen AB und einen SB. Allerdings sind laufende Verbuchungen, also Buchungen innerhalb des Jahres, eher eine Seltenheit. Typisch ist, dass sie nur am Jahresende angesprochen werden, durch die Buchung der AfA. Die Abschreibungsbeträge gehören zu den Aufwendungen – und damit ist die Brücke zur Einnahmeüberschussrechnung geschlagen.

Einige Beispielbuchungen von Bestandskonten

a) Der Anfangsbestand

Bei dem verbuchen des AB steht das zu buchende Bestandskonto – Bank, Barkasse, Fuhrpark … – im SOLL. Das Gegenkonto im HABEN ist der sogenannte Saldenvortrag.

Es wird gebucht:

Bank an Saldenvortrag
Kasse an Saldenvortrag

b) Bewegungen zwischen den Bestandskonten

Umbuchungen zwischen Barkasse und Bank sind sehr typisch. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten:

die Barabhebung – Es wird gebucht:

Barkasse an Bank

die Bankeinzahlung – Es wird gebucht:

Bank an Barkasse

c) Die AfA

Die Abschreibungsbeträge werden als Vorbereitung auf den Jahresabschluss verbucht. Die Abschreibungsbeträge werden in den Anlagespiegel übernommen.

Es wird gebucht:

Abschreibungen auf Sachanlagen an
Sachanlage (Fuhrpark / Büroeinrichtung …)

 

 

Das Lehrvideo zeigt sowohl die manuellen als auch die computergestützten Verbuchungen. Es wird erklärt, welche Buchungen von Bestandskonten in der einfachen Buchführung erforderlich oder nützlich sind und welche Auswirkungen die Buchungen auf die EÜR haben.

Bei der Verbuchung von Bestandskonten gibt es demnach zwei Fälle zu unterscheiden:

 

a) Geschäftsfälle, bei denen im SOLL (S) und im HABEN (H) ein Bestandskonto angesprochen wird. Für die Bank, das Postgirokonto und die Barkasse gilt dabei:

Bei einer wertmäßigen Erhöhung des Kontos, steht das Konto im S.

Beispiele:

Geld wird auf das Bankkonto eingezahlt – die Bank steht im S

Geld fließt in die Kasse – die Kasse steht im S

Es wird ein Anlagegut eingekauft – das Sachgut steht im S (Kauf wird im Analgespiegel erfasst)

Bei einer wertmäßigen Minderung des Wirtschaftsgutes, steht diese im H. (Minderung wird im Anlagespiegel erfasst)

Beispiele:

Geld wird von der Bank abgehoben – die Bank steht im H

Geld wird aus der Kasse entnommen – die Kasse steht im H

Es wird die Mietkaution zurückgezahlt – die Mietkaution steht im H

 

b) Geschäftsvorfälle, bei denen ein Bestandskonto und Erfolgskonto (Aufwand oder Erlös) angesprochen wird.

Hier gilt: Aufwendungen stehen immer im S und Erlöse stehen immer im H.

Beispiele:

Bei einer wertmäßigen Minderung des Wirtschaftsgutes, steht diese im im Konto des Wirtschaftsgutes im H erfasst. (Minderung wird im Anlagespiegel erfasst)

Debitorenbuchhaltung
Debitorenbuchhaltung erfolgreich einrichten

Debitorenbuchhaltung in der einfachen Buchhaltung

Die Debitorenbuchhaltung gehört in die doppelte Buchhaltung. Alle nötigen Buchungen dafür richten sich demnach nach den Grundsätzen der doppelten Buchhaltung. Dennoch kann die Debitorenbuchhaltung auch für Freiberufler und kleinere Gewerbetreibende, die eine einfache Buchhaltung machen, sinnvoll sein. Die Debitorenbuchhaltung bietet sich an, wenn die Zeiträume zwischen Rechnungslegung und Zahlung sehr lang sind, wenn z. B. ein Weiterbildungskurs gegeben wird und die einzelnen Teilnehmer zu unterschiedlichen Zeitpunkten zahlen oder wenn Kunden in Raten zahlen.

Sehen wir uns zunächst das Grundprinzip der Debitorenbuchhaltung an.

In der Buchhaltung gibt es so etwas, wie zwei Linien. Die eine Linie ist die Debitorenlinie, die andere die Kreditorenlinie. Da es dabei sehr oft Verwechslungen gibt, hier ein schematischer Überblick. Debitorenbuchhaltung Wer eine Ausgangsrechnung an einen Kunden stellt, hat demnach Forderungen bis zur Bezahlung. Wer eine unbezahlte Eingangsrechnung hat, hat einen Kredit – offene Verbindlichkeiten. In der Buchhaltung sprechen wir daher auch von offenen Posten, was heißt, die Rechnung ist noch offen. In der doppelten Buchhaltung wird sowohl die Ausgangsrechnung als auch die Bezahlung gebucht. Mit der Bezahlung ist der offene Posten ausgeglichen. Die angelegten Stammdaten des Kunden bleiben mit einem gesonderten Nummernkreis erhalten. Wie bei jedem anderen Konto kann auch die Kontenbewegung bei jedem einzelnen Kunden nachvollzogen werden.

Debitorenbuchhaltung

 

 

Die einfache Buchhaltung sieht hingegen nur die Verbuchung der Zahlung vor. Damit fehlt dem PC-Programm die Ausgangsrechnung, der offene Posten, der mit der Zahlung ausgeglichen wird. Sollen in der einfachen Buchhaltung die Zahlungen der Kunden überwacht werden, so muss auch hier die Debitorenbuchhaltung eingerichtet werden.

 

Dazu gehört: Anlegen des Kunden in der Kundendatei, Verbuchung der Ausgangsrechnung, Verbuchung des Zahlungseingangs und damit Auflösung des offenen Postens. Dies bringt folgendes Problem mit sich. Wie wir im Bild 2 sehen, erfolgt in der doppelten Buchhaltung die Verbuchung der Erlöse und die Umsatzsteuer mit der Ausgangsrechnung. In der einfachen Buchhaltung sollen der Erlös und die Umsatzsteuer jedoch erst mit Bezahlung durch den Kunden zu steuerrelevanten Einnahmen führen. Dies kann nur durch eine geschickte Umbuchung erreicht werden.

 

Werte aus der einfachen Buchhaltung & Posten in der EÜR

Die Werte aus der einfachen Buchhaltung bilden die Basis für die Einnahmeüberschussrechnung.

Doch wie werden die Ergebnisse der einfachen Buchhaltung in die EÜR übertragen?

Die folgende Tabelle stellt eine Art Inhaltsverzeichnis der Betriebseinnahmen und -ausgaben dar, wie sie Freiberufler und kleine Gewerbetreibende kennen.

 

Seite 1 – Betriebseinnahmen in der einfachen Buchhaltung

 

Zeile  
9 10 Betriebseinnahmen als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer (nach § 19 Abs. 1 UStG): Hier werden die Umsatzerlöse von Kleinstunternehmen aus der einfachen Buchhaltung eingetragen. Ein Kleinstunternehmer ist auf Grund der Höhe der Einnahmen (Erlöse) und unter Zustimmung des zuständigen Finanzamtes von der Steuer befreit. Für Kleinunternehmer sind Nettoumsätze = Bruttoumsätze, da auf die erbrachten Leistungen keine MwSt berechnet wurde. …davon nicht steuerbare Umsätze sowie Umsätze nach § 19 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 und 2 UStG Der angegebene § verweist weiter auf den § 4 USTG. Dieser ist sehr umfangreich und beinhaltet eine Aufzählung, welche Leistungen von der MwSt nicht betroffen sind (nicht steuerbar). Z. B. Lottogewinne, Zinsen, Gewährung von Krediten .Umsätze nach § 4 USTG
12

Umsatzsteuerpflichtige Betriebseinnahmen: In der einfachen Buchhaltung sind dies die umsatzsteuerpflichtigen Umsatzerlöse aus Waren- oder Produktverkäufen, wowie die Provisionserlöse. Umsatzerlöse sind die Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung/Verpachtung von Erzeugnissen,Waren und Dienstleistungen. Dabei müssen diese Erzeugnisse, Waren und Dienstleistungen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stammen. Das bedeutet, sie müssen dem eigentlichen Zweck des Unternehmens entspringen. Wenn z. B. ein Klempnerbetrieb die unternehmenseigene Lagerhalle vermietet, dann gehören die Klempnerleistungen zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, die Vermietung der Lagerhalle nicht. Wurden vom Kunden Skonti oder Rabatte in Anspruch genommen, so sind diese von den Umsatzerlösen abzuziehen. Als Umsatzerlöse sind in die Steuererklärung demnach nur die tatsächlich gezahlten Geldbeträge anzugeben. Einzutragen sind die Nettoumsatzerlöse auf die MwSt berechnet wird. Anzugeben sind auch sonstigen betrieblichen Erträgen, etwa der Verkauf nicht mehr benötigter Einrichtungsgegenstände oder Autos aus dem betrieblichen Fuhrpark. Gleichfalls gehört der Eigenverbrauch von Waren, Erzeugnissen und Dienstleistungen zu den sonstigen betrieblichen Erträgen. Damit wird die Entnahme von betrieblichen Ergebnissen wie Erlöse behandelt. Dazu gehören z.B die Werte aus der einfachen Buchhaltung von:

Erträgen aus Anlageabgängen,Erträgen aus dem Verkauf von Wertpapieren,

Erträgen aus Mieten, Pachten, Patente, Lizenzen,

Erträgen aus Sozialeinrichtungen, wie z.B. betriebseigene Kantinen,

Eigenverbrauch,

Schadenersatzleistungen.

13 Umsatzsteuerfreie, nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahmen sowie Betriebseinnahmen, für die der Leistungsempfänger die MwSt nach § 13b USTG schuldet: Die Angaben beziehen sich auf den gleichen gesetzlichen Hintergrund, wie die Angaben aus Zeile 10 (für Kleinstunternehmer). Die Eintragungen hier setzen jedoch voraus, dass der Inhaber kein Kleinstunternehmer ist und somit am Umsatzsteuerverfahren teilnimmt, sowie Umsatzerlöse, die von Gesetz aus umsatzsteuerfrei sind – nach § 5 ESTG. Dazu gehören u. a. Einnahmen von Ärzten, Hebammen, Trainern, Therapeuten. Weiterhin sind hier die Umsatzerlöse einzutragen, deren Steuer der Kunde zahlt. Das kommt z. B. bei Verkäufen ins Ausland vor, sofern dieser unternehmerisch tätig ist.
14 Vereinnahmte Umsatzsteuer sowie USt auf unentgeltliche Wertabgaben: In der einfachen Buchhaltung werden mit den Erlösen auch die vereinnahmten Umsatzsteuerbeträge gebucht. Diese sind in der EÜR gesondert ausgewiesen. Gleichfalls ist hier die USt auf unentgeltlich entnommene Waren, Erzeugnissen, Dienstleistungen und Nutzung von Gegenständen für private Zwecke (für sich und seine Familie) einzutragen. Plausibilitätsüberprüfung: Wird auf den Betrag aus Zeile 12 die Mehrwertsteuer berechnet, so muss der berechnete Betrag mit dem aus der Zeile 14 übereinstimmen.
15 Vom Finanzamt erstattete und ggf. verrechnete Umsatzsteuer: Wurde während des im Zuge der Umsatzsteuervorauszahlungen Geld durch das Finanzamt an das Unternehmenskonto ausgezahlt, so handelt es sich um erstatte Forderungen. Dieser Betrag ist hier einzutragen. Demnach sind auch Zahlungseingänge vom Finanzamt in der einfachen Buchhaltung zu verbuchen.
16 Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen: Hier sind Erlöse anzugeben, die aus dem Verkauf von Wirtschaftsgüter des Unternehmens stammen. Häufig kommt dies im Zuge eines Neukaufs eines Pkw vor. Der alte Pkw wird vom Autohaus angekauft. Damit handelt es sich um einen Erlös. Gleiches gilt, wenn der Unternehmer für sich oder seine Familie Wirtschaftsgüter aus dem betrieblichen Vermögen entnimmt und in das Privateigentum übernimmt. Zumindest ist hier der Buchwert anzugeben.
17 Private Kfz-Nutzung: Sofern der betriebliche Fuhrpark für private Fahrten genutzt wird (entsprechend Fahrtenbuch oder 1% Regelung), ist der private Nutzungsanteil wie ein Erlös zu behandeln.
18 Sonstige Sach-, Nutzungs- und Leistungsentnahmen: Anzugeben sind die privaten Nutzungsanteile: Warenentnahme aus dem Geschäft, private Auslandstelefonate vom betrieblichen Telefon, erbrachte Bauleistungen von Mitarbeitern am Privathaus, Selbstkosten bei der Durchführung von Dienstleistungen.

einfachen Buchhaltung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 1 – Betriebsausgaben in der einfachen Buchhaltung

 

21 Betriebsausgabenpauschale für bestimmte Berufsgruppen und/oder Freibetrag nach § 3 Nr. 26, 26a und/oder 26b ESTG: Bestimmte Berufsgruppen dürfen anstelle einer genauen Auflistung der Ausgaben eine Pauschale ansetzen. Dazu zählen:Tagespflegepersonen, Übungsleiter, Schriftsteller, Journalisten, Künstler, Trainer, Prüfer und Wissenschaftler. Die Pauschalen bzw. Freibeträge sind geregelt im § 3 Nr. 26 ESTG
23 Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe einschl. der Nebenkosten: In diesem Posten sind alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe auszuweisen, unabhängig davon, in welchem Bereich sie angefallen sind. Darüber hinaus sind die Aufwendungen für bezogene Waren, die ohne Be- oder Verarbeitung weiter veräußert werden, hier auszuweisen. Unter Nebenkosten werden Vertriebskosten, also Zusatzkosten die durch den Verkauf zusätzlich entstehen, verstanden. Dazu gehören: Transportkosten, Verkaufsprovisionen, Zölle, Porto u.ä.
24 Bezogene Fremdleistungen:
Unter diesem Posten im Formular fallen sämtliche Aufwendungen für Leistungen Dritter, sofern sie dem Materialaufwand (aus Z. 23) zugeordnet werden können. Das können sein: Forschungs- und Entwicklungsleistungen, ausgelagerte Verwaltungsarbeiten, Fremdreparaturen (wenn der Materialaufwand überwiegt), Marktanalysen, Zuarbeiten, Kosten für freie Mitarbeiter u. ä.

 

Seite 2 – Betriebliche Ausgaben in der einfachen Buchhaltung

 

25 Ausgaben für eigenes Personal (z. B. Gehälter, Löhne und Versicherungsbeiträge): Hier sind alle Löhne und Gehälter für Arbeiter und Angestellte aufzuführen. Dabei ist vom Bruttobetrag auszugehen, d. h. vor Abzug der Steuern und SV-Beiträge. In diesen Posten sind auch alle sonstigen Aufwendungen mit Lohn- und Gehaltscharakter einzutragen, z. B. Sachleistungen an den Arbeitnehmer, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Gratifikationen, Prämien, Bedienungsgeld, vermögenswirksame Leistungen oder Ausbildungsbeihilfen. Nicht dazu gehören Personalaufwendungen, die keine Lohn- oder Gehaltsbestandteile sind: Aufwendungen bei Personaleinstellung, Fort- und Weiterbildungskosten des Arbeitnehmers, Belegschaftstreffen. Weiterhin gehört in diese Zeile: Soziale Abgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung und für Unterstützung– Arbeitgeberaufwendungen zu den Sozialversicherungen– Beiträge zur Berufsgenossenschaft

– Umlagezahlungen

– Pensionszahlungen

– Zuschüsse für Kur- und Krankenhausaufenthalt, Heirats- und Geburtenbeihilfen

26 AfA auf unbewegliche Wirtschaftsgüter (ohne AfA für das häusliche Arbeitszimmer):
Zu den unbeweglichen Wirtschaftsgütern zählen vorwiegend Gebäude und Gebäudeteile. Diese unterliegen gesonderten Abschreibungsvorschriften, basierend auf dem Jahr der Fertigstellung des Gebäudes.
27 AfA auf immaterielle Wirtschaftsgüter (z. B. erworbene Firmen-, Geschäfts- oder Praxiswerte):
Als Geschäfts- oder Firmenwert wird nach § 255 Abs. 4 HGB die Wertdifferenz zwischen dem Gesamtwert einer Unternehmung und der Summe der Einzelwerte der Vermögensgegenstände unter Abzug der Schulden verstanden. Es handelt sich dabei um einen ideellen, fiktiven Wert: den guten Ruf, der Bekanntheitsgrad, die erfahren Belegschaft … Dieser Wert darf nur angesetzt und damit abgeschrieben werden, wenn er entgeltlich erworben wurde. Zu den immateriellen Wirtschaftsgütern gehören auch Softwareprodukte. Für sie gelten jedoch auch GWG-Regeln.
28 AfA auf bewegliche Wirtschaftsgüter (z. B. Maschinen, Kfz):
Unter diesen Posten sind planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen summiert, gleich nach welcher Abschreibungsmethode sie berechnet wurden: lineare Abschreibung oder der leistungsabhängige Abschreibung. Der ermittelte Wert kann direkt eingetragen oder über das Ausfüllen der Anlage 2 automatisch eingespielt werden.
31 Sonderabschreibungen nach § 7g ESTG:
Bei der Anschaffung von beweglichen Wirtschaftsgütern können im Jahr der Anschaffung und in den vier Folgejahren Sonderabschreibungen bis insgesamt 20% der Anschaffungs-/Herstellungskosten in Anspruch genommen werden.
32

Herabsetzungsbeträge nach § 7g Abs. 2 EStG (Erläuterungen auf gesondertem Blatt):

Dies betrifft die Investitionszulage. Im Gesetz heißt es: „Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung des begünstigten Wirtschaftsguts ist der für dieses Wirtschaftsgut in Anspruch genommene Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnerhöhend hinzuzurechnen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts können in dem in Satz 1 genannten Wirtschaftsjahr um bis zu 40 Prozent, höchstens jedoch um die Hinzurechnung nach Satz 1, gewinnmindernd herabgesetzt werden.“

33 Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter: Diese Spalte enthält im laufenden angeschaffte Wirtschaftsgüter, deren Nettoanschaffungskosten/ Herstellungskosten zwischen 150,00 € und 410,00 € gelegen haben. Diese können als GWG im Jahr der Anschaffung/ Herstellung zu 100% abgeschrieben werden. Sie sind einzeln in einem Verzeichnis auszulisten.
34

Auflösung Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG:

Sammelposten können jährlich für Wirtschaftsgüter gebildet werden, deren Nettoanschaffungs-/ Herstellungskosten zwischen 150,00 € und 1000,00 € liegen. Die gebildeten Sammelposten sind nach 5 Jahren wiederum jährlich auszulösen.

35

Restbuchwert der ausgeschiedenen Anlagegüter:

Werden Wirtschaftsgüter aus dem Unternehmen genommen – durch Verkauf, Privatentnahme oder Verschrottung – bevor sie voll abgeschrieben wurden, so ist hier der Restbuchwert einzutragen. In der einfachen Buchhaltung würde ein solcher Geschäftsvorfall als „außergewöhnliche Abschreibung“ verbucht.

 

(Die Werte in den Zeilen 26 bis 35 werden meistens nur zum Jahresabschluss in der einfachen Buchhaltung gebucht. Die allgemeinen steuerlichen Abschreibungsregeln sind auch in der einfachen Buchhaltung anzuwenden. Dazu gehört auch der Anlagespiegel.)

 

Raumkosten und sonstige Grundstücksaufwendungen

(ohne häusliches Arbeitszimmer)

36

Miete/Pacht für Geschäftsräume und betrieblich genutzte Grundstücke:

Hier sind klassische Miet- oder Pachtkosten einzutragen, die an Dritte gezahlt werden. Hinzuzurechnen sind auch die Mietnebenkosten.

37

Miete/Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung:

Anrechenbar sind im In- und Ausland notwendige Unterkunftskosten, die den Mietpreis für eine Wohnfläche von 60 m² bei einem ortsüblichen Mietzins für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche Wohnung nicht übersteigt. (gilt nur bei 31.12.2013)

38

Sonstige Aufwendungen für betrieblich genutzte Grundstücke (ohne Schuldzinsen und AfA):

Typische Aufwendungen sind

– die Grundsteuer,
– Instandhaltungskosten,

 

Sonstige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben

39

Aufwendungen für Telekommunikation (z. B. Telefon, Internet):

Aufwendungen für Telefon und Internet bezieht sich auf die laufenden Gebühren, Installationskosten und Reparaturkosten. Telefon- bzw. Kommunikationsanlagen gehören zu den Wirtschaftsgütern, wenn deren Anschaffungskosten mehr als 150,00 € betragen. Liegen die Anschaffungskosten unter 150,00 €, so können sie hier als Aufwendungen direkt geltend gemacht werden.

40

Übernachtungs- und Reisenebenkosten bei Geschäftsreisen des Steuerpflichtigen:

Unterkunftskosten können zeitlich unbegrenzt in der tatsächlich und nachgewiesenen Höhe als Aufwendungen angegeben werden. Gleiches gilt für Reisenebenkosten.

41

Fortbildungskosten (ohne Reisekosten):

Fort- oder Weiterbildungsgebühren des Unternehmers können als Aufwendungen geltend gemacht werden, sofern Sie nicht ganz oder teilweise gefördert wurden. In solch einem Fall sind die geflossenen Fördergelder von den Fortbildungskosten abzuziehen.

42

Rechts- und Steuerberatung, Buchführung:

Hier sind real entstandene Kosten für
– Steuerberater
– Rechtsanwalt
– Buchführungsbüro
– Gründungsberatung u. ä. Einzutragen.

Sofern Leistungen vollständig oder teilweise von Versicherungen oder Fördermittelgeber übernommen werden, sind diese zum Zeitpunkt der Zahlung abzuziehen.

43

Miete/Leasing für bewegliche Wirtschaftsgüter (ohne Kraftfahrzeuge)

44

Beiträge, Gebühren, Abgaben und Versicherungen (ohne solche für Gebäude und Kraftfahrzeuge):

– Beiträge für Kammermitgliedschaft
– Betriebshaftpflicht
– betriebliche Rechtsschutzversicherung

– Beiträge für Wirtschaftsverbände
– Gebühren für UST-Befreiung
– Abgaben für Verpackungen

Weder in der einfachen Buchhaltung noch in der EÜR sind private Versicherungen, wie z. B. die Krankenversicherungsbeiträge oder Rentenversicherungsbeiträge des Unternehmers enthalten.

45

Werbekosten (z. B. Inserate, Werbespots, Plakate)

 

46

Schuldzinsen zur Finanzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (ohne häusliches Arbeitszimmer):

Sofern Wirtschaftsgüter mit Fremdkapital finanziert werden entstehen Schuldzinsen:

– Zinsen für Kredite aller Art einschließlich Hypothekenzinsen und Verzugszinsen
– Kreditprovisionen, Kreditbereitstellungsgebühren, Überziehungsprovisionen
– Disagio

47

Übrige Schuldzinsen:

Zinsen, die in keinem Zusammenhang mit der Anschaffung von Wirtschaftsgütern stehen sind unter „übrige Schuldzinsen“ einzutragen
– Überziehungszinsen
– Zinsen aus Kontokorrentkrediten
– Säumniszuschlag

48

Gezahlte Vorsteuerbeträge:

Einzutragen ist die durch Einkäufe gezahlte Mehrwertsteuer (Vorsteuer) an die Verkäufer. Dabei wird nicht zwischen 7% und 19% unterschieden. In der Buchhaltung sind die beiden Steuersätze getrennt verbucht. Eine Zusammenrechnung ist nötig.

49

An das Finanzamt gezahlte und ggf. verrechnete Umsatzsteuerbeträge

(Die Regelung zum 10-Tageszeitraum nach § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG ist zu beachten):

In der einfachen Buchhaltung gilt das Geld-Flussprinzip. Die 10-Tageregel weicht von diesem Prinzip ab. Wird die UST-Zahllast für den Monat Dezember oder das 4. Quartal oder das gesamte Jahr bis zum 10.01. des Folgejahres an das Finanzamt überwiesen, so ist dieser Betrag dem Jahr zuzuordnen, für das die Steuererklärung gefertigt wird.

50

Rücklagen, stille Reserven und/oder Ausgleichsposten (Übertrag aus Zeile 86)

51

Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben:

Dazu gehören alle Zahlungen, die nicht in anderen Posten abgefragt wurden. Es sind vor allem:

– Bankgebühren
– Porto
– Büromaterial
– Bürobedarf
– Reparaturkosten
– Aufwendungen für die Unternehmensgründung
– Lizenzen, Schutzrechte

 

 

 

 

Doppelte oder einfache Buchhaltung? Ein Vergleich

Einfache Buchhaltung oder doppelte Buchhaltung?

Wem das Thema doppelte oder einfache Buchhaltung fremd ist, fragt sich oft, wodurch sich die einfache Buchhaltung und doppelte Buchhaltung unterscheiden. Zunächst gibt das Gesetz eine Antwort auf die Frage. Doch was bedeuten die gesetzlichen Regelungen genau? Worauf lasse ich mich als Unternehmer ein und wozu bin ich gesetzlich verpflichtet?

 

Wie auch Sie die einfache Buchhaltung für Ihr Unternehmen selbst erledigen können.

Wer muss die doppelte Buchhaltung anwenden, wer darf die einfache Buchhaltung machen?

Die Verpflichtung zur doppelten Buchhaltung ergibt sich aus dem § 238 des Handelsgesetzbuches (HGB), aus dem §140 der Abgabenordnung sowie nach ESTG § 5. Danach sind Kapitalgesellschaften (GmbH und AG), Einzelunternehmen und selbstständige Handelsgewerbe sowie Nicht-Kaufleute, die sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen verpflichtet, ihre Geschäftsvorgänge nach dem System der doppelten Buchhaltung zu erfassen. Gewerbetreibende, die bestimmte Größen nicht überschreiten werden von dieser Verpflichtung entbunden.

  • Eingetragene Kaufleute, deren Umsatz und Gewinn 500.000 € bzw. 50.000 € nicht übersteigt. einfache Buchhaltung
  • Wer nicht im Handelsregister eingetragen ist, wie die GbR oder Einzelunternehmer, und dessen Umsatz und Gewinn 500.000 € oder 50.000 € im Kalenderjahr nicht übersteigt. einfache Buchhaltung

Wer keine doppelte Buchhaltung erstellen muss, hat seine Geschäftsvorfälle als einfache Buchhaltung, der sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) zu erfassen. Freiberufler brauchen nur eine Einnahme-Überschussrechnung zu machen, können aber freiwillig ihre Geschäftsvorfälle im System der doppelten Buchhaltung erfassen. einfache buchhaltung_1

 

 

 

 

 

Doppelte oder einfache Buchhaltung? Ein Vergleich

 

  Die einfache Buchhaltung Die doppelte Buchhaltung
Abschlüsse Einnahme-Überschussrechnung (EÜR), als Anlage zur Einkommenssteuer; Abgabetermin: 31.05. des Folgejahrs, Termin kann auf Antrag beim Finanzamt bis 30.09. des Folgejahres verlängert werden. Bilanz und Gewinn-und-Verlustrechnung (GuV), als Anlage zur Einkommenssteuer; Abgabetermin: 31.05. des Folgejahrs, Termin kann auf Antrag beim Finanzamt bis 30.09. des Folgejahres verlängert werden.
Berechnung des Jahresüberschusses/-verlustes Die einfache Buchhaltung basiert auf dem Zu- und Abflussprinzip, d. h. die Verbuchung erfolgt mit Begleichung der Rechnungen. (Die Buchung der Rechnungen wird in manchen Buchhaltungsprogrammen angeboten). Basiert auf dem Prinzip der Rechnungslegung, d. h. es sind sowohl die ER/AR als auch deren Bezahlung zu buchen.
Belege Belege bilden die Grundlage für die Buchungen; die einfache Buchhaltung registriert den Vorgang, das Datum und den Betrag. Belege bilden die Grundlage für die Buchungen; in der Buchhaltung werden der Vorgang, das Datum und der Betrag erfasst.
Inventur nur nach mehreren Jahren Jeder Kaufmann ist zur Inventur verpflichtet. Eine Ausnahme bilden e.K., wenn keine Pflicht zu kaufmännischen (doppelten) Buchhaltung gegeben ist.
Nebenbücher keine Nebenbücher Kontokorrentbuch (Forderungen und Verbindlichkeiten) Lagerbuchhaltung Lohn- und Gehaltsbuchhaltung Anlagenbuchhaltung
Schwerpunkt der Buchungen Aufwendungen und Erträge (Erlöse) Bestands- (Bilanz)konten Erfolgskonten
Konten in der EDV-Buchhaltung In vielen Programmen sieht der Nutzer nur ein Buchungskonto. Das Gegenkonto ist ein Verrechnungskonto, welches der Nutzer nicht immer sieht. Alternativ gibt es Buchhaltungsprogramme, die als Gegenkonten Finanzkonten (Bank, Kasse, Privatkonten) führen. In der Buchhaltung werden für jeden Geschäftsvorfall (mindestens) zwei Buchungskonten angesprochen – ein SOLL-Konto und ein HABEN-Konto. Der allgemeine Buchungssatz lautet: Soll an Haben. Wer so buchen möchte braucht genaue Kenntnisse über die Buchungsregeln.
Kassenbuch Nicht zwingend erforderlich, aber zu empfehlen. Ist zu führen; wird in Buchhaltungsprogrammen automatisch mitgeführt.
Personalkonten Können gebucht werden. Da die einfache Buchhaltung, wie schon beschrieben keine Verbindlichkeiten und Forderungen kennt, erfolgen die Buchungen mit Bezahlung. Üblich ist, dass die Zahlungsverpflichtungen an das Finanzamt und die Krankenkassen zunächst als Verbindlichkeiten gebucht werden. Diese werden mit Bezahlung ausgeglichen.
Abschreibungen Abschreibungen sind Aufwendungen und gehören damit in die EÜR. Abschreibungen mindern als Aufwendungen den Gewinn und gehören in die GuV.
Preisnachlässe Da lediglich die Bezahlung von Rechnungen verbucht wird, spielen Preisnachlässe keine Rolle. Es wird sofort der verminderte Rechnungsbetrag verbucht. Preisnachlässe erfolgen erst im Zuge der Rechnungsbegleichung. Die Rechnungen sind daher immer mit dem vollen Betrag zu verbuchen. Wird ein Preisnachlass in Anspruch genommen, erfolgt eine nachträgliche Korrektur.
Mehrwertsteuer Auch wer eine einfache Buchhaltung macht, kann am Umsatzsteuerverfahren teilnehmen bzw. dazu verpflichtet sein. Die Teilnahme oder Nichtteilnahme am Umsatzsteuerverfahren hängt von den getätigten und prognostizierten Umsätzen ab.
Jahresabschlussbuchungen Typisch sind Korrekturen durch Privatentnahmen. Die Jahresabschlussarbeiten erfolgen vorwiegend im Zusammenhang mit den zeitlichen Abgrenzungen und der Bewertung der Bilanzposten.
Zeitliche Abgrenzungen der Aufwendungen/Erträge Eine zeitliche Abgrenzung, wie sie die doppelte Buchhaltung kennt die einfache Buchhaltung nicht. Allerdings gibt es eine Sonderregelung für wiederkehrende Geschäftsvorfälle. Für dies gilt: werden regelmäßig wiederkehrende Rechnungen bis zum 10.01. des Folgejahres fällig/bezahlt, so sind sie noch dem alten Jahr zuzuordnen. Zu ermitteln und zu verbuchen sind: sonstige Forderungen und sonstige Verbindlichkeiten; aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten; Rückstellungen.
Bewertung der Vermögensteile und Schulden Entfällt(Ausnahme: Abschreibungen) Waren, fertige und unfertige Erzeugnisse und Forderungen sind zu bewerten und ggf. zu korrigieren.

Wer seine Buchhaltung nach den Regeln der einfachen Buchhaltung führt, erfährt insgesamt große Erleichterungen. Allerdings sind auch einige Besonderheiten zu berücksichtigen.

  • Bei der EÜR gibt es keine Rechnungsabgrenzungsposten, keine Wertberichtigungen und keine Rückstellungen.
  • Die Verbuchung erfolgt nach dem Geld-Flussprinzip (§ 11 ESTG). Davon ist der Erwerb und die Herstellung von Anlagevermögen ausgeschlossen. Für abnutzbare Anlagegüter können jährliche Abschreibungen als Aufwendungen angesetzt werden.
  • Der Kauf von Umlaufvermögen (Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe) wird zum Zeitpunkt des Geldflusses als Aufwendungen verbucht.
  • Bei der Überschussrechnung gibt es kein gewillkürtes Betriebsvermögen. Eine Ausnahme bilden privat und betrieblich genutzte Wirtschaftsgüter, wie z. B. der PKW, sofern die betriebliche Nutzung nicht von untergeordneter Bedeutung ist.
  • Ausdrücklich keine Aufwendungen sind Einlagen und Entnahmen, Kreditaufnahmen und Kreditrückzahlungen.
  • Entsprechend des Zuflussprinzips werden die Umsatzsteuervorauszahlungen, Umsatzsteuernachzahlungen und -erstattungen als Einnahmen bzw. Ausgaben behandelt.

    Die einfache Buchhaltung folgt dem Geld-Flussprinzip (§ 11 ESTG).

     

  • 1. Der Kauf von Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe wird zum Zeitpunkt des Geldflusses als Aufwand verbucht.
    Z.B.: Ein Gewerbetreibender erhält in 01 Waren im Warenwert von 500,00 €+MwSt. In 01 werden davon Waren über 200,00 €. In 02 wird nach und nach der Rest verkauft.
    Lösung: In 01 wird der Einkauf der Waren vollständig als Aufwand verbucht. Außerdem werden 200,00 € als Warenerlöse verbucht. Die Verkäufe in 02 werden auch erst in 02 gewinnbringend verbucht.
  • 2. Entsprechend des Geld-Flussprinzips werden die Umsatzsteuervorauszahlungen, Umsatzsteuernachzahlungen und -erstattungen als Einnahmen bzw. Ausgaben behandelt. Z.B.: Ein Selbständiger zahlt die Umsatzsteuervorauszahlungen quartalsweise. Im Laufe des Kalenderjahres 02 überweist er 4.000,00 € an das Finanzamt. Aus der Jahresmeldung des Jahres 01 erhält er eine Umsatzsteuerrückzahlung von 100,00 €.Lösung:In der EÜR von 02 werden die 4.000,00 € als Ausgaben wirksam und die 100,00 € als Einnahmen.3. Es werden weder Eingangsrechnungen / Ausgangsrechnung noch Forderungen / Verbindlichkeiten gebucht. Z.B.: Eine Eingangsrechnung enthält das Rechnungsdatum 20.03.01. Bezahlt wird die Rechnung am 04.04.01.Lösung: Gebucht wird lediglich die Bezahlung der Rechnung am 04.04.01.4.
    4. Die einfache Buchhaltung kennt keine Rechnungsabgrenzungsposten, keine Wertberichtigungen und keine Rückstellungen. Z.B.: Das Unternehmen handelt mit technischen Instrumenten. Durch eine technische Neuerung in 01 kann die eingekaufte Ware nicht mehr zum geplanten Preis verkauft werden. Die Ware bleibt unverkauft auf Lager.Lösung: Obwohl die Ware einen Werteverlust erfahren hat, kann dieser in der EÜR nicht als Verlust geltend gemacht werden.5. Verkauf von beweglichem Anlagevermögen zählt als Erlös.Die Anschaffungskosten von Anlagegütern können im Jahr der Anschaffung nicht als Aufwendungen geltend gemacht werden. Werden Anlagegüter jedoch verkauft, so wirkt sich der Verkaufserlös gewinnbringend aus. Z.B.: Ein betrieblicher Pkw wird beim Neukauf eines Pkw verrechnet. Für den alten Pkw erhält der Selbständige eine angerechnete Preisminderung von 1.000,00 €.Lösung: Die 1.000,00 € sind ein Erlös, wenn der Pkw bereits voll abgeschrieben ist.

    Die einfache Buchhaltung enthält Geschäftsvorfälle, die vom Geld-Flussprinzip abweichen.

     

    6. Der Erwerb und die Herstellung von Anlagevermögen. Z.B.: Das Unternehmen richtet das Büro neu ein. Gleich im Januar 01 werden Schänke gekauft im Wert von a´500,00
    Lösung: Für abnutzbare Anlagegüter, wie es die Schränke sind, können die Anschaffungskosten nicht als Ausgaben angesetzt werden. Vielmehr sind jährliche Abschreibungen als Aufwendungen anzusetzen – bei Büromöbel über 10 Jahre.

    7. Die Vorgründungskosten können als Aufwendungen geltend gemacht werden.

    Die Gründung eines Unternehmens ist mit Aufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit vollzogen und nicht erst mit der gewerblichen Anmeldung. Daher können entstandene Fahrtkosten, Gebühren und sonstige Gründungskosten, die vor der Eintragung des Gewerbes entstanden sind, als Aufwendungen verbucht werden.

    Z.B.: Ein Gründer besucht ein Gründungsseminar und zahlt dafür anteilig 40,00 €. Zwei Monate später meldet er das Gewerbe an.

    Lösung: Die 40,00 € sind Vorgründungskosten. Da sie für den direkten Unternehmensaufbau verausgabt wurden, können sie als Aufwendungen im Gründungsjahr geltend gemacht werden.

     

    8. Ausnahme der zeitlichen Zuordnung der Ausgabe oder Einnahme.

    Das Geld-Flussprinzip gilt nicht für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben oder Einnahmen, die innerhalb eines Zeitraums von 10 Tagen vor oder nach dem Jahresende zu- oder abfließen. In diesen Fällen werden die Zahlungen nicht dem Kalenderjahr zugeordnet in dem sie geflossen sind, sondern für das sie geflossen sind.

    Z.B.: Am 09.01.02 wird die Umsatzsteuer für das 4. Quartal 01 überwiesen.

    Lösung: Obwohl die Zahlung in 02 erfolgt, gehört die Zahllast in 01. Steuerlich wird sie daher dem Kalenderjahr 01 zugerechnet.

     

    9. Privateinlagen- Privatausgaben sind keine betrieblichen Aufwendungen oder Erlöse.

    Privateinlagen oder Privatausgaben mindern oder mehren nicht den Jahresüberschuss. Dennoch spielen sie in der EÜR eine Rolle. So zählen z. B. die private Nutzung des betrieblichen Pkw oder die Warenentnahme für den privaten Nutzungsbereich als betriebliche Einnahmen und erhöhen damit den Gewinn.

    Z.B: Ein Selbständiger nutzt den betrieblichen Pkw zu 20% für Privatfahrten.

    Lösung: Alle Pkw-Kosten (Benzin, Reparaturen, Steuern…) sind zu 20% als Einnahmen des Unternehmens zu verbuchen.

     

    10. Es braucht weder ein Kassenbuch geführt werden, noch besteht der Zwang auf ein betriebliches Bankkonto.

    Aus § 4 Abs. 3 EStG ergibt sich keine Verpflichtung zur Führung eines Kassenbuchs; eine derartige Pflicht ergibt sich auch nicht aus der umsatzsteuerlichen Aufzeichnungspflicht des § 22 UStG . Ebenso wenig ist die Aufzeichnungsvorschrift für Bareinnahmen auf die EÜR anwendbar (§ 146 Abs. 1 Satz 2 AO). Allerdings müssen bei einer EÜR die Einnahmen einzeln aufgezeichnet werden, ohne dass hierfür aber ein Kassenbuch geführt werden muss. Es genügt also eine chronologische Auflistung der Einnahmen und Ausgaben.

    Z.B.: Eine Gewerbetreibende stellt eigenen Schmuck her und verkauft diesen unregelmäßig auf Märkten. Sie führt keine Finanzkonten.

    Lösung: Die Einnahmen und Ausgaben werden über ein Verrechnungskonto gebucht. Der im Verrechnungskonto ermittelte Differenzbetrag zwischen Einnahmen und Ausgaben ist der Jahresüberschuss oder Jahresverlust. Die Verpflichtung zur chronologischen Aufzeichnung wird durch das Journal erfüllt.

  • Weiter Sonderregeln gelten für Kleinstunternehmen.


Kassenbuch
Kassenbuch mit Excel? Warum so umständlich, wenn´s einfach geht?

Kassenbuch mit Excel? Warum so umständlich, wenn´s einfach geht?

Noch immer höre oder lese ich, wie Freiberufler und Gründer versuchen ein Kassenbuch mit Excel zu führen. Zugegeben – es gibt ausgezeichnete Rechenprogramme, doch für das Kassenbuch gibt es einfacherer Lösungen.

Gleich welches Hilfsmittel Sie für das Führen des Kassenbuchs wählen, Voraussetzung ist ein Grundverständnis der einfachen Buchhaltung. Was besagt dieses? Und was bedeutet das für das Führen vom Kassenbuch?

Das Kassenbuch ist eine Grundlage für die Berechnung der Steuerschuld. Daher sind einige steuerrechtliche Vorschriften zu berücksichtigen.

  • Im Kassenbuch sind das Datum, der Inhalt des buchungsrelevanten Vorgangs (Geschäftsvorfall) zwingend anzugeben.
  • Beim Eintragen in das Kassenbuch gibt es zwei Spalten bzw. Konten. Auf einer Seite stehen die Einnahmen und in der anderen Seite die Ausgaben. In der Fachsprache sprechen wir von Konten.
  • Der Kassenbestand darf nie, zu keinem Zeitpunkt unter 0,00 € liegen. Das Aufrechnen des Saldos muss grundsätzlich einen positiven Bestand ergeben.

Diese recht aufwendige Kontrolle nimmt Ihnen ein Buchhaltungsprogramm ab. Für die Nutzung eines solchen Programms brauchen Sie nur folgende Regel zu kennen und konsequent anzuwenden:

Es gibt immer zwei Konten, die gebucht werden müssen. Eines davon ist die Barkasse. Das zweite Konto ist die Position, die beschreibt, wofür Sie Geld ausgegeben oder erhalten haben. Das können z. B. sein: Benzinkosten, Mietkosten, Büromaterial auf der Ausgabeseite und Honorare auf der Einnahmeseite.

Die Hauptregeln für die Buchung lauten:

  1. alle Ausgaben stehen immer im SOLL (Konto)
  2. alle Einnahmen stehen immer im HABEN (Gegenkonto)Kassenbuch

Unabhängig davon, welches Programm Sie nutzen, sind diese Regeln immer gleich und daher auch in jedem Programm anwendbar. Die Barmittel stehen entsprechend im anderen Konto. Zur eigenen Kontrolle können Sie sich merken, dass jede Mehrung des Kassenbetrages immer im SOLL und jede Minderung des Kassenbestandes immer im HABEN steht.

Daraus ergeben sich nur zwei Möglichkeiten:

  1. Kasse (SOLL) – Honorare oder Erlöse (HABEN); z.B. Sie erhalten ein Honorar bar ausgezahlt.
  2. Benzinkosten (SOLL) – Kasse (HABEN); z. B. Sie zahlen Benzinkosten bar.

Das folgende Video zeigt, wie Sie das Kassenbuch mit dem kostenlosen Buchhaltungsprogramm „MS-Buchhalter“ führen können und damit immer den Überblick behalten.

Sacheinlagen und Sachentnahmen und deren steuerliche Auswirkungen

Sacheinlagen und Sachentnahmen und deren steuerliche Auswirkungen

Neben Bareinlagen kennt das Steuerrecht auch Sacheinlagen und Sachentnahmen. Grundsätzlich gilt dafür das gleiche wie bei den Bareinlagen bzw. -entnahmen. Jedoch ist die Behandlung von Sachen schwieriger, weil die Sache zunächst bewertet werden muss. Die folgenden Ausführungen werden einige Beispiele aufzeigen, für die eine gesonderte steuerliche Bewertung vorgenommen werden muss.

Beispiele für Sacheinlagen und Sachentnahmen

  • Dies hat z.B. Bedeutung, wenn der Kaufmann seinen bislang privaten PKW in das Betriebsvermögen einlegt. Der PKW muss bewertet werden. Der ermittelte Wert ist dann Grundlage für die steuermindernd wirkenden jährlichen Abschreibungen.
  • Wenn umgekehrt der Unternehmer einen neuen PKW für sein Betriebsvermögen anschafft und den alten bereits auf Null abgeschriebenen PKW dem Betriebsvermögen entnimmt, um seinem Sohn zur bestandenen Führerscheinprüfung zu schenken, ist der entnommene PKW ebenfalls mit dem Teilwert zu bewerten.
  • Ähnliches gilt für den Lebensmittelhändler, der für sein Abendbrot Lebensmittel mit nach Hause nimmt. Auch diese Sachentnahmen sind mit dem Teilwert anzusetzen. Hier handelt es sich nicht um den Verkaufspreis in seinem Geschäft, sondern um die Beträge, die er für die Anschaffung dieser Lebensmittel aufgewendet hatte.
  • Sachentnahmen haben noch eine andere steuerliche Auswirkung. Sie unterliegen der Umsatzbesteuerung. Die Umsatzsteuer besteuert den Endverbrauch einer Sache. Sachentnahmen sind eine Überführung ins Privatvermögen, also zum Endverbraucher. Auf Sachentnahmen ist daher die Umsatzsteuer nach den allgemeinen Regeln zu berechnen und abzuführen. Schließlich darf unser Lebensmittelhändler für seinen Privatbereich nicht günstiger gestellt werden, als der Kunde, der bei ihm einkauft.Sacheinlagen
  • Bei dem Unternehmer, der sein Unternehmen in einem Arbeitszimmer in seinem Privathaus betreibt, handelt es sich bei dem Arbeitszimmer um Betriebsvermögen. Bei einer Betriebsaufgabe wird auch der Gebäudeteil „Arbeitszimmer“ in das Privatvermögen überführt, mit den o.a. Folgen. Die anteiligen Wertsteigerungen des Gebäudes unterliegen auf jeden Fall der Einkommensteuer. Sofern vorher rege von Abschreibungen oder sogar Sonderabschreibungen auf das Arbeitszimmer Gebrauch gemacht wurde, unterliegen auch die hierdurch verursachten Wertdifferenzen der Besteuerung. Allerdings fällt hier keine Umsatzsteuer an, weil es sich um ein Gebäude handelt.
  • Weiterhin gibt es noch die Nutzungsentnahme. Der Bauunternehmer sendet einen Maurer zu seinem Privathaus, um einen Mauerschaden zu beseitigen. In diesem Fall wird die Nutzungsentnahme mit den Lohnkosten für den Maurer und die Anschaffungskosten für die Materialien bewertet. Umsatzsteuer ist ebenfalls zu berechnen und an das Finanzamt abzuführen.
  • Auch die private Nutzung des betrieblichen PKW ist eine Nutzungsentnahme, die entweder mit den tatsächlichen Kosten auf der Grundlage eines exakt geführten Fahrtenbuchs oder nach der sogenannten 1%-Regel bewertet wird, natürlich immer mit Umsatzsteuer. Sacheinlagen

  • Prinzipiell gelten die beschriebenen Regeln für Sachentnahmen oder Sacheinlagen auch für juristische Personen, wie z.B. die GmbH. Zusätzlich gibt es hier die verdeckten Sacheinlagen und die verdeckten Entnahmen (eher bekannt unter dem Begriff verdeckte Gewinnausschüttung). Sacheinlage
  • Verdeckte Sacheinlagen liegen vor, wenn der Gesellschafter einer GmbH seiner Gesellschaft einen Gegenstand unter dem Wert verkauft, den ein fremder Dritter für diesem Gegenstand bezahlen würde. Zugegeben, dieser Fall ist eher selten.
  • Öfter kommt es dagegen vor, dass der Gesellschafter einer GmbH, der zugleich auch Geschäftsführer seiner GmbH ist, sich ein unangemessen hohes Gehalt gönnt. In diesem Fall schlägt die Finanzverwaltung mit dem Instrument der verdeckten Gewinnausschüttung zu. Dies hat zur Folge, dass die überhöhten Gehaltsteile in der GmbH nicht steuermindernd als Aufwand behandelt werden dürfen und der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer unterliegen. Im weiteren Verfahren werden die überhöhten Gehaltsteile wie eine Ausschüttung von Gewinnen behandelt. Sie unterliegen zusätzlich der seit dem 1.1.2009 geltenden 25%igen Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag), sind aber dafür beim Geschäftsführer steuerfrei.
  • Verdeckte Gewinnausschüttungen gibt es nicht nur bei überhöhten Gehältern, sondern immer, wenn aus der Gesellschafterstellung heraus veranlasste Geschäfte zu Vorteilen beim Gesellschafter oder einer ihm nahestehenden Person führen, diese Vorteile aber einem fremden Dritten nicht gewährt worden wären.

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Sacheinlagen bei der Gründung